3 Gründe, warum mein Neujahrsvorsatz scheitern wird

Mein einziger Neujahresvorsatz (und der war nicht total ernst gemeint) war, in Zukunft bessere Blog Titel zu schreiben. Besser heißt in dem Fall für mich interessanter.

Als mir dann der Artikel 11 Scientific Facts About Why You’re Doing Blog Titles All Wrong in die Timeline gespült wurde, habe ich natürlich sofort nachgelesen was die Wissenschaft so herausgefunden hat.

(Nebenbemerkung: Kürzlich las ich das Buch “Trick or Treatment” von Simon Singh. In dem Buch geht es um die Wirksamkeit von alternativen Heilmethoden. Spoiler Alert: gibt es nicht. Er geht sehr ausführlich darauf ein, was eine seriöse Studie ausmacht. Seither fällt mir noch stärker auf, wie gerne “Wissenschaft”, “Studie” etc. bemüht wird.)

Kurz zusammengefasst meint der Blogpost, dass

  • Titel wichtig für retweets sind (no na)
  • Zahlen öfter angeklickt werden als Zahlwörter (aha)
  • es Wörter gibt, die öfter retweetet werden als andere (no na, lässt aber bedingt auf Titel schließen, mMn)
  • negative Titel öfter angeklickt werden als positive (aha)
  • Titel mit 25-27 Wörtern öfter angeklickt werden als andere (aha)
  • Titel mit mehr Verben und Adverben öfter angeklickt werden als solche mit Nomen und Adjektiven (no na)
  • Teasern angeblich nicht gut funktioniert (Bitte, bitte sagt das jemand Upworthy, buzzfeed, etc.?!)
  • man LeserInnen direkt ansprechen soll (no na)
  • Blogs nicht als Werbung dienen sollen(no na)
  • originell am besten ist (no na)

Es sind insgesamt nur 3 Dinge, die ich so nicht gewusst habe. Die Obsession mit Zahlen und (Besten-)Listen dachte ich eigenen sich nicht so sehr für die Themen über die ich so schreibe. Außerdem begegnen mir diese Titel oft bei Seiten wie buzzfeed, upworthy und so weiter, die keinen besonders guten Ruf genießen – hauptsächlich weil sie keinen eigenen Content erstellen, sondern Content von anderen zusammen mit gemeinfreien Fotos aggregieren und in Form von Bestenlisten veröffentlichen.

Andererseits würde es mir vielleicht leichter fallen meine Gedanken und Worte zu ordnen, wenn ich Blogposts so aufbaue. Ich hab mir mal zur Übung Titel für meine älteren Blogposts ausgedacht:

“5 Gründe, warum du die EU-Konsultation zum Urheberrecht ausfüllen solltest” (Heute letzter Tag übrigens!)

“3 Anzeichen, an denen du erkennst, dass das Bibliothekswesen in den letzten 20 Jahren Fortschritte gemacht hat.” (Zu positiv?)

“3 Features, die den Kindle zum Tolino-Killer machen. Und 1 Grund, warum du trotzdem zum Tolino greifst”

“10 Gründe warum Onleihe-Hörbücher für Android-NutzerInnen ein Krampf sind.”

Die Titelfindung hat überraschend viel Spaß gemacht, aber 100% zufrieden bin ich nicht. Ein bisschen hatschen die Titel noch, finde ich, und auf 26 Wörter komm ich nie! Aber wer weiß, wie die Statistik für Deutsch aussehen würde.

 

Die Angst der Bloggerin vor dem Update

Kennt ihr das Gefühl? Je länger der letzte Beitrag zurückliegt, umso schwieriger ist es, einen neuen zu schreiben. Logisch wäre es dann, schnell etwas zu schreiben. Je länger man wartet, umso schlimmer wird es ja.

Und es mangelt noch nicht einmal an Themen und Ideen. Auch Zeit ist momentan kein Hindernis für mich. Schuld allein ist meine Prokrastinitis illustriert durch folgendes Dilemma:

Ich beschließe zu einem bestimmten Thema zu schreiben. Da fällt mir ein, ich hab doch interessante Blogs/Artikel gespeichert, die ich darüber noch lesen wollte. Also öffne ich Pocket – eine sehr praktische App, in der man Artikel die man später lesen möchte speichern kann und die besagten Artikel ohne Werbung anzeigt.

Auf der Suche nach den relvanten Artikeln scrolle ich nach unten und wate durch dutzende, wenn nicht hunderte Artikel über die Zukunft und Gegenwart des Bibliothekswesens und die Zukunft der eBooks (und eBook-Reader).

Dabei fällt mein Blick auf eine interessante Schlagzeile. Ich beginne zu lesen. Mehr Ideen! Aber oh, bevor ich schreiben kann, muss ich noch ein wenig recherchieren…und so fängt die Schleife wieder von vorne an.

Nachdem ich beim letzten dieser Versuche bis ganz zum Anfang meiner Liste ungelesener Artikel gescrollt habe, habe ich einen interessanten Beitrag über die Verwendung von Evernote gelesen, die mein Verhältnis dazu ganz gut beschreibt: I’ve Been Using Evernote All Wrong. Here’s Why It’s Actually Amazing

Ich dachte, die Lösung meines ungelesene-Artikel-Chaos wäre es eigentlich, “berufliche” (im weitesten Sinne) und private Artikel zu trennen, vielleicht sogar mit unterschiedlichen Apps anzugehen. Aber das habe ich bisher nicht durchgezogen und es hat im Prinzip nur dazu geführt, dass ich verschiedene Sammlungen von Ideen, Artikeln, Infografiken and den unterschiedlichsten Orten (Bookmarks, Pocket, Evernote, Favorisierte Tweets,…) hatte, aber selten wusste wo genau. Und wer kann und will berufliche und private Interessen schon so genau trennen?

Mein Plan für 2014 ist nicht einfach “öfter bloggen”. Pfft, das kann sich jede/r vornehmen. Nein, mein Plan ist, meine Sammlung an interessanten Artikeln neu zu organisieren und den Umgang mit neu hinzukommenden so zu überarbeiten, dass ich damit arbeiten kann und nicht nur in einer endlosen Liste darin hinauf und hinunterscollen.

Habt ihr Systeme entwickelt/übernommen, die für euch gut funktionieren? Ich freu mich über Erfahrungsberichte!