Zu viel, Hilda

2016-11-20-10-26-31

Die ersten vier Bände der Comics über Hilda von Luke Pearson.

Weil langer Text: Beschreibung der Hauptpersonen, Erzählung der Handlung von “Hilda und der Troll”, Kritik der Erzählweise und des Layouts mit Fokus auf die graphische Gestaltung, Fazit: Für Kinder gedacht, nicht für Kinder gemacht.

Manchmal fragen mich Menschen um Empfehlungen für Kindercomics. Schwierig! Ab ca. 12 wüsste ich einiges, aber darunter? Vor einiger Zeit las ich eine nette Empfehlung für die Comics von Luke Pearson, mit Hilda als Hauptfigur und ich speicherte die Empfehlung unter “Muss ich irgendwann mal lesen” ab. Jetzt habe ich mir vier der Hilda-Comics angesehen: “Hilda und der Troll”, “Hilda und der Mitternachtsriese”, “Hilda und die Vogelparade” und “Hilda und der schwarze Hund”.

Nun. Ich bin nicht ganz so beeindruckt wie ich es mir erhoffte. Ja, Hilda ist die Hauptfigur, sie lebt in einer skandinavischen Fantasiewelt mit … “Mama”. Ihre Mutter kriegt nie einen Namen, sie bleibt immer “Mama” und als sie in “Hilda und die Vogelparade” verloren geht, sagt sich Hilda: “Hier gibt es sicher Hunderte von Personen, die Mama heißen.”Hm. Was ist “Mama” noch? Nach dem Umzug in die Stadt im 3 und 4 Band vor allem überbesorgt. Sie ist … Architektin? Technische Zeichnerin? In “Hilda und der schwarze Hund” gibt es ein Bild von ihr im Talar, mit einer Zeugnisrolle, aber ob das von der Highschool oder einer Uni ist, bleibt unklar. Hildas Mutter trinkt gerne Tee, strickt manchmal Pullover für Hilda, fährt Auto und war bei den Pfadfinder_innen. Hm.

Hilda selbst ist abenteuerlustig, freundet sich schnell mit allen möglichen magischen Wesen an und hat einen Hirschkatzeneichhörnchenfuchs namens Hörnchen als Haustier. Sie zeltet und zeichnet gerne, mag Tiere, kann aber auch ablehnend und widerborstig sein.

Die meisten anderen Figuren sind in der deutschen Übersetzung männlich, auch als Hilda und ihre Mutter in die Stadt ziehen. Dort gibt es dann schon andere weiblich lesbare Figuren und auch Kinder und Erwachsene of Color, manche haben sogar Namen. Aber Hilda freundet sich nicht mit anderen Kindern an, sondern mit magischen Wesen, die eben aufgrund der Artikel oder auch ihrer Namen männlich sind. Zum Beispiel geht es in “Hilda und der schwarze Hund” auch um Hausgeister, sogenannte “Nisse”, die alle Tontu heißen und männlich sind, auch wenn es auch weibliche Hausgeister zu geben scheint. Die trifft Hilda aber nie. Wenigstens kommt nur in “Hilda und der Mitternachtsriese” eine Romanze zwischen Ries_innen vor, aber es ist eine Heteroromanze.

Als ich mich in der Zweigstelle der Büchereien Wien erkundigte, ob sie die Hilda-Comics hätten, sagten sie, sie stünden bei den Comics für Erwachsene, denn die Kinder hätten sie nicht so spannend gefunden und kaum ausgeliehen. Nachdem ich alle Bände gelesen hatte, fiel mir auch auf, warum das so sein könnte:  In jedem Band finden parallel mehrere Geschichten statt. Die Handlung springt oft unvermittelt hin und her, ohne zu einer befriedigenden Erklärung zu führen. Manche der Handlungsstränge werden ausführlicher aufgelöst, andere nicht. Und es werden viele interessante Details angerissen, was aber bei dem Hin- und Hergespringe einfach nur ablenkt.

Was ich damit meine? Zum Beispiel beginnt “Hilda und der Troll” damit, dass Hilda über Trolle liest. Dann will sie zelten gehen, weil es regnen wird. Wiederholt kommt ein Holzmännchen in ihr Haus und legt sich ans Feuer. Hilda verbringt die Nacht im Zelt, es ist nicht so toll, obwohl sie sich auf den Regen gefreut hat. Am nächsten Tag geht sie hinaus, um Felsen zu zeichnen. Sie sieht einen Meergeist, der sich im Fluss verirrt hat. Dann findet sie einen Trollfelsen und bindet dem Felsen eine Glocke um die Nase, damit sie hört, wann der Felsen aufwacht. Dann schläft sie ein. Als sie aufwacht, bimmelt die Glocke und sie muss davonrennen.

Ein Riese, der sich nicht auskennt, taucht auf und verschwindet wieder. Hilda kommt zu einem schicken Haus, das sich als das Haus des Holzmännchens herausstellt. Offensichtlich besucht das Holzmännchen Hildas Haus, weil es sich in seinem Haus zu vieler Dinge bewusst ist und sich nicht wohlfühlen kann, sagt es. Ende dieser Erklärung. Das Holzmännchen begleitet Hilda nachhause, doch in der Nacht wartet der Troll draußen, der sich die Glocke nicht abnehmen kann und sehr unter dem Gebimmel leidet. Statt Hilda zu fressen, hat er ihr ihren Skizzenblock mitgebracht, nur ist der von der Spucke durchgeweicht. Am Ende zeltet Hilda wieder glücklich im Regen.

Das ist einfach zu viel. Zu viel sogar für mich. Die Szenen sind zu kurz, um sich wirklich darauf einzulassen, jedes Mal, wenn sich eine Lösung eines Handlungsstrangs anbahnt, springt die Handlung zu einem anderen Strang. Das erfordert Konzentration und macht das Lesen anstrengend. So werde ich nicht in die Geschichte hineingezogen – die Comics fließen nicht. Ich finde, es wäre klüger gewesen, die Geschichten jeweils aufzuteilen und halt in einem Band drei Geschichten hintereinander statt nebeneinander zu erzählen. Der verirrte Riese und der Meergeist könnten in einem Comic, der jeweils eine oder eine halbe Seite füllt, genauer dargestellt werden und vielleicht die Geschichten von einander trennen. Leider sind alle vier Bände so sprunghaft.

Die Erzählweise wäre auch nicht so schlimm, wenn Luke Pearson ihr Platz und Ruhe gegeben hätte. Aber auch das Layout und der Zeichenstil tragen zur generellen Unruhe und Dichte der Comics bei. Auf jeder Seite sind unzählige kleine Panels – das sind in Comics die einzelnen Bilder – deren Format sich andauernd ändert. In “Hilda und der Troll” ändert sich an und ab auch die Form der Panels, das nimmt in den folgenden Bänden wenigstens ab.

Konstant bleibt aber, dass die Abfolge der Bilder nicht immer linear ist, d.h., es ist nicht ersichtlich, ob die Panels waagrecht von links nach rechts, senkrecht von oben nach unten, dann links nach rechts, im Uhrzeigersinn oder wie auch immer gelesen werden sollen. Manchmal ist es relativ klar ersichtlich, z.B. wenn sich eine Schüssel mit Essen immer mehr leert, aber öfter ist es unklar. Auch das unterbricht den Lesefluss enorm. Natürlich kann diese Art von Layout auch dazu dienen, eine Szene in Fragmenten darzustellen, um einen bestimmten Eindruck zu erwecken, aber in den Hilda-Comics wird es vor allem dazu verwendet, um mehr – Text, Handlung, Eindrücke – auf kleineren Flächen unterzubringen.

Auch der Zeichenstil verändert sich von Comicband zu Comicband stark – einmal hat Hildas Mutter Wimpern, dann nicht mehr. Einmal sind die Figuren eckig, dann rund. Hilda hat in “Hilda und der Mitternachtsriese” Sommersprossen, in den Bänden davor und danach aber nicht. Gut, ein_e Zeichner_in kann sich weiterentwickeln bzw. ist ein Stilwechsel auch reizvoll. Aber: Genau wie die Erzählweise, die verschiedenen Formate der Panels, die Nonlinearität des Layouts, der mit zu vielen Details vollgestopfte Zeichenstil und die Scherze, der Sarkasmus und die Nicht-Erklärungen sind das alles sehr fortgeschrittene Comic- bzw. Erzähltechniken. Klar können die auch schon früh erlernt werden – einige früher als andere – aber nicht alles auf einmal, wie in diesen Comics.

Ich kann euch also nur empfehlen, die Hilda-Comics von Luke Pearson eher erst einmal aus der Bücherei oder Bibliothek auszuleihen und an den euch umgebenden Kindern zu testen, bevor ihr sie kauft oder verschenkt. Außer sie gefallen euch selbst, dann nur zu. Ich hätte ehrlich gesagt selbst nicht gedacht, dass ich so viel daran auszusetzen finde. Normalerweise achte ich auch nicht so genau auf Layout, Panels, all das, was ich oben aufgezählt habe – aber ich wollte dem komischen Gefühl das ich hatte auf den Grund gehen. Für mich ist es kein Wunder, dass die Hilda-Comics Erwachsenen besser gefallen – Luke Pearson hat sie für erfahrene Comicleser_innen gestaltet, nicht für Kinder.

Schmale Ausbeute – Neue Kinder- und Jugendliteratur im Frühjahr 2014

Vor kurzem war ich auf einer Präsentation in der Zentrale der Büchereien Wien am Urban Loritz-Platz. Drei Frauen* von der Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur (stube) stellten eine Auswahl von im Frühling 2014 neu erschienen Kinder- und Jugendbüchern vor. Leider hat sich die Kinder- und Jugendliteratur nicht plötzlich ganz von alleine und über Nacht nach meinen Vorstellungen verändert (warum bloß nicht?), also ist es wieder einmal eine Status quo-Analyse, was ich sehr schade finde.

Voraus schicke ich die Feststellung, dass ich heikel bin, was Bücher angeht und als Kind und Jugendliche viele Bücher und Comics las, die nicht meinem jeweiligen Alter entsprachen. Außerdem hatte ich immer einen ausgefallenen Geschmack. Deshalb fällt es mir auch schwer einzuschätzen, was für welches Alter “angebracht” ist bzw. was Kindern im Allgemeinen gefallen könnte. Ich schreibe also ganz aus meiner subjektiven Perspektive (wie immer) und habe auch nicht jedes einzelne Buch gut durchgeschaut, sondern von den meisten nur die präsentierten Seiten bzw. Inhalte gesehen/gehört. Zusätzlich kommen mir viele Stories bekannt vor – aber ich bin ja auch keine Erstleserin mehr. Falls ihr also ein Buch interessant findet, dann lest und überprüft selbst (Rückmeldungen gerne in den Kommentaren).

Es wurden 52 Bücher vorgestellt, von denen ich eines bereits besitze. Von den übrigen 51 wollte ich nur 2 unbedingt haben, immerhin 10 erst mal lesen und mich dann entscheiden und 2 würde ich nicht ablehnen, wenn sie mir geschenkt würden. Das ist ein wirklich trauriges Ergebnis, finde ich. Aber kein Wunder. Von den 52 Büchern hatten 22 Protagonisten*, 20 Protagonistinnen*, 4 keine Protagonist_innen, 5 hatten je einen Protagonisten und eine Protagonistin, die zumindest oberflächlich gleichermaßen zu Wort kamen – und ein Buch hatte eine Hauptfigur ohne Geschlecht, Körper und Namen. Die menschlichen Protagonist_innen sind überwiegend weiß und able-bodied, besonders in den Bilderbüchern.

Die Bücher selbst waren teilweise nach Themen gegliedert, Schwerpunkte waren: “Wolf”, Religion, Umgehen mit Tod und Trauer. Fantasy, “Future Fiction” und Dystopien sind weiterhin populär, Sachbücher wurden eingestreut und es gab einen Schwerpunkt zu “Gender”. Leider war die Auswahl dafür, dass die Vorstellenden das Wort “Heteronormativität” kannten und benutzten, ungeheuer heteronormativ. Ich nehme an, dass das auch sehr stark am Angebot liegt (und an noch ein paar anderen Faktoren, z.B. der Sammlungs_politik von öffentlichen Bibliotheken).

Dafür, dass 1914 bei den Sachbüchern und der Belletristik für Erwachsene so ein Thema ist, gibt es im Bereich Jugendliteratur nur sehr wenig – und das wenige sei langweilig, sagten die Vorstellenden. Zum Jahr 1934 (in Österreich ein wichtiges Jahr) gibt es dieses Jahr leider überhaupt keine Kinder- und Jugendliteratur.

Aber zur Liste:

Christine Knödler (Hrsg.), Warum ist Rosa kein Wind? Ill. v. Stefanie Harjes, Ravensburger 2014 – “Ein Literaturbuch für Mädchen”, sagt der Verlag. *seeeeeeeufz* Die Zeichnungen sind nicht mein Stil und dicke Frauen*/Mädchen* sah ich keine. Lesen wohl keine Gedichte. *seufz* Das eine Gedicht, das ich sah, gefiel mir gut, ich hab’s aber auch mit Lyrik, mehr kann ich zur Auswahl nicht sagen. Warum keine Literaturanthologie für Jugendliche ohne Festlegung auf ein Geschlecht? Bzw. – feministische Anthologien, wie ich sie in meiner Teeniezeit las … gibt’s die noch?

Marie Dorléans, Der Gast. Aus dem Französischen von Anna Taube, mixtvision 2014 – mit Buchtrailer auf youtube – Meh. Ein Mann geht spazieren und wird das rote Pferd, das er trifft, nicht mehr los. Etwas beklemmend, ultimativ aber relativ simpel und eine alte Geschichte. Ich empfehle stattdessen Das Biest des Monsieur Racine von Tomi Ungerer, das ist lustig, hierarchieentlarvend und wunderbar gezeichnet.

Jürg Schubiger/Wolf Erlbruch, Schon wieder was! Peter Hammer 2014 – Das Cover allein finde ich schon … bezeichnend. (Wer sieht noch einen Mann mit Gänsephallus?) Sehr viele Männergesichter in diesem Buch, irgendwas mit Gedichten und Wortspielereien und ein bisschen aus der Biologie und so … Gegenstück zum ersten Buch? Meh.

Ramadier & Bourgeau, Da kommt der Wolf! Aus dem Französischen von Markus Weber, Moritz 2014 – Whoa. Dieses Buch basiert auf einer Idee, die vom Prinzip her ganz spannend ist: Ein Wolf kommt immer näher und die*der Leser*in wird angewiesen, das Buch zu drehen und zu schütteln – um ihn von einer Klippe fallen zu lassen, also aktiv zu töten. Das finde ich nicht lustig, sondern beklemmend und sadistisch. Jaja, Kinder sollen nicht in Watte gewickelt werden und so weiter (da gibt’s aber bessere Bücher dafür), aber mir behagt das nicht. Ich finde, dieselbe Idee hätte auch viel positiver interpretiert werden können (retten statt töten). Sowas ist für Zweijährige gedacht. Grrrrrr.

Marissa Meyer, Wie Monde so silbern. (Band 1 der Luna-Chroniken-Serie); Wie Blut so rot (Band 2). Aus dem Englischen von Astrid Becker, Carlsen 2014 – He-te-ro-nor-ma-ti-vi-tät ftw! Ok, also im ersten Band ist die Protagonistin Mechanikerin und Cyborg … und Aschenputtel und der Prinz braucht ihre Hilfe und irgendwie ist da noch eine Backstory mit der Mondprinzessin Selene, die angeblich mit 3 Jahren gestorben ist und so – ehrlich gesagt habe ich sicher ca. 100 Filme/Anime/Comics/Bücher gesehen/gelesen, die *genau so* gehen, also bin ich nicht sonderlich interessiert. Kann sein, dass das eine großartige Serie ist, das dürft ihr selbst ergooglen/lesen. Jedenfalls: Grimm’sche Märchen, Prinzessin, Prinz, Dings, bisschen Future Fiction und *schulterzuck*. Weckt mich, wenn ihr fertig seid und erzählt mir, wie es so ist.

Kathryn Lasky, Der Clan der Wölfe. Donnerherz. Band 1. Aus dem Amerikanischen von Ilse Rothfuss, Ravensburger 2014. – Es geht um einen Wolf, der “mit einer leicht verdrehten Pranke geboren” (Zit. Verlagswebsite) wird und deshalb von seinem Wolfsclan ausgesetzt wird. Dann zieht ihn eine Bärin auf und weil er so großartig ist oder was immer, schafft er es doch, sich in der Wolfsclanhierarchie nach oben zu kämpfen, weil er Chronist oder was immer wird und bla bla bla bla bla bla bla. Bla. Ein Jugendbuch, dass den real vorhandenen Ableism in der Gesellschaft aufzeigt, kann’s ja nicht geben. Next?

William Shakespeare: Hamlet. Neu erzählt von Jan Hollm, Ill. von Andrej Dugin, Esslinger 2014 – Eindeutig viel zu wenig Hamletinterpretationen auf der Welt. Shakespeare hat ja keine anderen Stücke geschrieben. Na, vielleicht noch dieses Romeo & Julia-Dings. Sonst nix. Nervt. Die sehr gelobten Bilder sind mir nicht genug, drinnen sind die wichtigsten Zitate und eine kurze Nacherzählung… ich find’s verzichtbar. Warum ausgerechnet dieses Stück? Ich frage mich, was die Botschaft sein soll, die einem Kind mit Hamlet vermittelt wird. In einer Twitterdiskussion wurde darin kein Sinn gesehen und da stimme ich voll und ganz zu. Geht es nur um die Erhaltung des Literaturkanons? Dann doch eher etwas später mit der Graphic Novel-Version von Neil Babra ansetzen.

Anne-Laure Bondoux: Der Mörder weinte. Aus dem Französischen von Maja von Vogel, Carlsen 2014 – Mann kommt an die Südspitze Chiles, tötet dort die Eltern eines Buben und zieht diesen auf. Es kommt ein weiterer Mann vorbei – und da hätte es vielleicht interessant werden können, aber ich sage mal voraus, dass darin keine homosexuelle Liebesgeschichte enthalten ist. Kann nicht sagen, dass mich das Buch interessiert (klingt ehrlich gesagt auch nach ein paar Filmen/Anime/Comics, die ich kenne).

Jan de Kinder: Tomatenrot oder Mobben macht traurig. aus dem Niederländischen von Monika Götze, Atlantis 2014 – Ein wichtiges, mir am Herzen liegendes Thema, auf lesefieber.ch findet ihr eine gute Rezension. Ich hoffe, dass es präventiv hilft – z.B. wenn das Buch gemeinsam in Kindergarten, in der Bibliothek oder zuhause gelesen wird und so Mobbing thematisiert und hoffentlich abgewendet wird. Ich fand einfach die Illustrationen jetzt nicht so besonders, dass ich das Buch unbedingt haben will, aber das ist Geschmackssache.

Fanny Britt/Isabelle Arsenault: Jane, der Fuchs & ich. Aus dem Französischen von Ina Pfitzner, Reprodukt 2014 – Ach, dieser Graphic Novel klang so nett und sah so nett aus. Ich möchte den Comic auch gerne nochmal genau lesen, aber beim Blättern … nun ja. Hélène wird gemobbt, weil sie angeblich zu dick ist. Ist sie aber nicht und durch den ganzen Comic hindurch wird betont, dass *sie* nicht dick ist und Jane Eyre – mit der sie sich stark identifiziert – auch nicht dick ist, dafür nicht besonders schön – aber sie findet trotzdem einen Mann (ist ja auch der wichtigste Aspekt an dem Buch, nicht, dass Jane sich eben *nicht* bedingungslos einen Mann wünscht, ganz klar jaja. GRAH!) und am Schluss finden sich die Außenseiterinnen*, die alle nicht dick sind (ganz wichtig, dass hier kein Kind dick ist) zusammen und werden cool und so. Hauptsache NICHT DICK! Ich würde diesen Comic so gerne sympathisch und alles finden, aber dieses unreflektierte fatshaming halte ich nicht aus.

Rudyard Kipling/ Ulrike Möltgen, Die Entstehung der Gürteltiere. Aus dem Englischen von Irmela Brender, Peter Hammer 2014 – Eine Geschichte aus Kiplings “Geschichten für den allerliebsten Liebling”. Kipling ist, gesamt gesehen, problematisch (Rassismus, Kolonialismus). Aber die Geschichten sind herzig und die Illustrationen sind recht lustig (wenn jetzt auch nicht out of this world). Ich persönlich mag sie und einige Gedichte Kiplings auch – ich überlasse das euch.

Renate Habinger/Verena Ballhaus: Kritzl & Klecks. Nilpferd in Residenz 2014 – Ein Sachbuch, das anhand einer sehr konventionellen Geschichte (Herr Kritzl lädt Frau Klecks zum Frühstück ein – ich weiß aber nicht, wie’s weitergeht) alle möglichen Illustrationstechniken erklärt. Das ist spannend – warum das mit einer blau/rot-codierten Mann/Frau-Geschichte erzählt werden muss, nun … *seufz*

Christian Duda/Julia Friese, Schwein sein. Beltz & Gelberg 2014 – Coco wünscht sich ein Schwein und kriegt eines – Lotte. Aber als Lotte zu groß wird, kommt sie auf den Bauernhof, wo sie sich fremd fühlt, da sie als Haustier aufgewachsen ist. Sie reißt aus und trifft eine alte Dame, mit der sie glücklich lebt – das letzte Bild zeigt jedoch ein Brett mit aufgeschnittener Wurst. Hm. Den Aspekt “Haustiere nicht unbedacht anschaffen” finde ich interessant, das Ende traurig. Drei weibliche Hauptfiguren sind natürlich toll, die Illustrationen aber eher konventionell. Ich bin da eher Fan von Steven Kelloggs Malwine in der Badewanne, wo die Verantwortung für das Haustier und seine Lebensbedingungen bis zum Buchende übernommen und mit viel besseren (und witzigeren) Illustrationen dargestellt wird.

Ulrich Hub: Füchse lügen nicht. Illustrationen von Heike Drewelow, Carlsen 2014 – Panda, Affe, Gans, Tiger und zwei Schafe sitzen am Flughafen fest, weil keine Flugzeuge gehen. Da kommt der Fuchs und mischt die Gruppe auf, Chaos folgt. Basierend auf einem Theaterstück von Ulrich Hub ist das – laut Vorstellenden – ein Kammerspiel. Ich frage mich, ob alle Tiere so mir nichts, dir nichts durch die Sicherheits- und Passkontrolle kommen (racial profiling wurde wohl ausgeblendet) und warum das einzige (aufgrund des Artikel gegenderte) weibliche Tier unbedingt eine Gans sein musste … irgendwie ahne ich Böses. Aber ich hab’s nicht gelesen, also vielleicht … vielleiiiiiicht … *nimmt mal das Beste an*.

Sabine Lipan/Manuela Olten: Mama, da steht ein Bär vor der Tür! Tulipan 2014 – Ein Dialog zwischen Mutter und Sohn, wie denn der Bär, der vor der Tür steht, dorthin gekommen ist und was er will und wie er dann wieder in den Wald zurückkommt. Auch hier bin ich von den Illustrationen einfach nicht so begeistert (wirklich schade). Der Dialog ist ganz nett – sicher gut zum rollenverteilt vorlesen (wären da nicht die fixen Rolleneinteilungen). Für ergebnisoffenes Erzählen und Fabulieren empfehle ich Was ist dir lieber? von John Burningham. (Jaja, Kind der 80er, das könnt ihr aus meinen Empfehlungen ganz eindeutig herauslesen.)

Oliver Scherz, Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika. Ill. von Barbara Scholz, Thienemann 2014Youtube-Trailer “Afrika ist das schönste Land, das ich nicht kenne”, sagt der aus dem Zoo ausgebrochene Elefant Abu – Fail. Ganz viel Fail. Afrika ist kein Land. Es wird nur schlimmer. Kauft das nicht.

Neil Gaiman, Die verrückte Ballonfahrt mit Professor Stegos Total-locker-in-der-Zeit-Herumreisemaschine, Ill. von Chris Riddell, aus dem Englischen von Ursula Höfker, Arena 2014 – Vater holt Milch, kommt erst nach Stunden wieder und hat irrwitzige Geschichten zu erzählen, in denen alle populären Geschichtsversatzstücke (Dinosaurier, Vampire, Piratenköniginnen, Zeitreisen, Aliens, etc.) hervorgezogen und auf Monierung der Tochter (muss so) auch Ponies eingebunden werden. Neil Gaiman gibt mir wenig bis nichts und klaro kann es nicht die Mutter sein, die diese Abenteuer erlebt, natürlich, natürlich, wo kämen wir nur hin. Same old, same old.

Rusalka Reh, Sommer auf Balkonien. Ill. von Anne Ibelings, Jungbrunnen 2014 – Zwei Geschwister, ein Mädchen und ein Bub (der Erzähler) bekommen für die Ferien den Balkon überantwortet. Das würde ich gerne genauer lesen, denn es klingt ganz witzig und das Cover stimmt mich irgendwie nostalgisch. Mit den zuhause freiberuflich arbeitenden Eltern passt es wohl genau ins Zielpublikum (ist ja auch einmal eine Abwechslung) – aber so richtig werden wohl keine Stereotype aufgebrochen.

Lemony Snicket/Jon Klassen, Dunkel. Aus dem Englischen von Thomas Bodmer, NordSüd 2014 – Trailer & Leseprobe auf der Verlagsseite. Diese Geschichte ist eigentlich recht charmant. Leo besucht jeden Tag das Dunkel im Keller, damit es nicht in sein Zimmer kommt und hält es abends mit einer Glühbirne fern – die aber eines Nachts kaputtgeht. Da beginnt das Dunkel mit ihm zu sprechen. Aus persönlichen Gründen hege ich große Sympathien für den Namen Leo und ich würde das Buch aus diesem Grund für verwandte Kinder vielleicht sogar anschaffen, aber so richtig reißt es mich nicht vom Hocker. Wenn ihr noch keine “Keine Angst im Dunkeln”-Geschichten zuhause habt, ist das sicher ein nettes Buch – aber der Protagonist ist halt weiß und männlich (it’s the law).

Helen Docherty, Der Bücherschnapp. Ill. von Thomas Docherty, aus dem Englischen von Dorothee Haentjes-Holländer, Ellermann 2014 – In Gedichtform wird die Geschichte des Bücherschnapps erzählt, ein Wesen, das im Hasental nach und nach sämtliche Bücher klaut, weil ihm niemand vorliest. Häsin Elisa lauert dem Bücherschnapp auf und besteht darauf, dass sie alle zurückgegeben werden – dafür darf das Tierchen bei der abendlichen Vorleserunde mithören. Die Zeichnungen sind arg niedlich und wenig innovativ und das Hasental, in dem so heftig vorgelesen wird arg nostalgisch, das Buch ist aber ganz nett, nur würd ich’s nicht kaufen (sondern auf Wunsch von etwaigen Kindern aus der Bibliothek ausleihen).

Mary Logue, Schlaf wie ein Tiger. Ill. von Pamela Zagarenski, aus dem Englischen von Gundula Müller-Wallraf, Knesebeck 2014 – Das erste Buch, das ich wirklich haben will. Ein kleines Mädchen* fühlt sich noch nicht nach Schlafengehen und die Eltern zwingen es auch nicht dazu, sondern bitten sie, halt einmal den Pyjama anzuziehen, die Zähne zu putzen, um vorbereitet zu sein, wenn sie dann Lust aufs Schlafen hat – und dann genießt sie die Freuden des Im-Bett-Seins – frische Bettwäsche zum Beispiel. Dann befragt das Mädchen* ihre Eltern nach den Schlafgewohnheiten von Tieren – Hund, Katze, Fledermäuse, Wale, Bären und Tiger. Das Mädchen versetzt sich dann in die Schlafgewohnheiten der Tiere und schläft schließlich wie eine Tigerin, damit sie stark wird. Die Illustrationen sind wunderschön – einzig, es sind halt wieder Vater und Mutter und weiß sind sie auch. Aber wegen Walen und Tiger und großartigem Pyjama muss ich das Buch haben.

Griffin Ondaatje/Linda Wolfsgruber, Die Tränen des Kamels. Aus dem Kanadischen von Uwe-Michael Gutzschhan. arsEdition 2014 – Dieses Bilderbuch basiert auf einem Hadith und erzählt die Geschichte eines Kamels, das von seinem Besitzer schlecht behandelt wird und deshalb sehr traurig und einsam ist. Erst als es den Propheten Mohammed trifft, der die Tränen des Kamels in die Träume des Besitzers einfließen lässt, worauf dieser Empathie mit dem Kamel entwickelt und es ab da gut behandelt, wendet sich alles zum Guten.  Da der Prophet Mohammed nicht dargestellt werden darf, wird bei den Illustrationen derselbe Kniff wie in dem Film Mohammed – Der Gesandte Gottes verwendet – Szenen mit dem Propheten werden aus seiner Perspektive dargestellt. Wieder finde ich die Illustrationen nicht besonders überragend (wirklich schade).

Annemarie Fenzl/Lene Mayer-Skumanz/Annett Stolarski, Ein Haus voller Zeichen & Wunder. Der Wiener Stephansdom. Tyrolia 2014 – In diesem Buch wird der Stephansdom porträtiert – seine Symbolik, seine Geschichte, seine Sagen. Eine der Autorinnen veranstaltet regelmäßig und schon seit langem die Kinderführungen im Stephansdom und lässt hier ihre Erfahrungen und Kenntnisse einfließen. Prinzipiell finde ich es gut und wichtig, Kindern die Geschichte(n) und Symboliken der Bauwerke in ihrer Umgebung zu erklären. Was ich schade finde, ist dass das hier nicht neutral geschieht, sondern dass es eine deutliche christliche Prägung in der Erzählung gibt und auch noch Gebete hinzukommen, als würden nur christliche Kinder in Wien leben. Aber das Buch kommt eigentlich aus dem ehemaligen Domverlag, der von Tyrolia übernommen wurde. *seufz*

Petra Bahr, Das Krokodil unterm Kirchturm. edition chrismon 2014 – Aus dem evangelischen chrismon-Verlag stammt dieses Buch, das 26 Dinge aus der Kirche von A bis Z erklärt. Sicher ganz hilfreich für Familien, die in die Kirche gehen (Google und selber erklären täten’s eventuell auch) und angeblich funktioniert das Buch auch für katholische Familien. Hauptfigur ist ein Mädchen, das die Fragen stellt und von ihrem roten Krokodil begleitet wird – das ist jedenfalls eine erfrischende Abwechslung.

Frank Schwieger, Das Alte Griechenland. Zu Gast bei Zeus, Sokrates & Co. Ill. von Jörg Mühle. Lesen Staunen Wissen, Gerstenberg 2014 – Die griechischen Göttinnen und Frauen sind wohl “& Co”. Blah. Scheinbar war das “alte Griechenland” zu 99% von Männern bevölkert. Ich lehne das Buch schon vom Titel her ab (nach Durchsicht der Leseprobe finde ich es auch nicht besser) und was mir daran absolut nicht gefällt ist das Einbinden von Bildern aus modernen Filmen, hallo, die griechische Antike hat *genug* Darstellungen von Achilles hervorgebracht, es braucht keinen Extra-Hinweis, dass er nicht wie Brad Pitt ausgesehen hat. Aber das ist doch Humor, yay! Nein. Nein, ist es nicht. Lasst das. Finde ich gänzlich verzichtbar.

Francis Hallé/Luc Jacquet, Das Geheimnis der Bäume. Nach dem Film von Luc Jaquet aus dem Französischen von Edmund Jacoby, Jacoby & Stuart 2013 – Bilder und Fakten aus dem Dokumentarfilm von Jacquet, der auch der Regisseur von Die Reise der Pinguine ist. Je nachdem ist das für euch ein Qualitätsmerkmal oder nicht, ich bin nach dem Lesen des Wikipediaeintrags etwas skeptisch, aber diesmal geht’s ja um Bäume. Ja, ok. Gibt sicher auch viele andere Bücher darüber, wie das mit dem Chlorophyll funktioniert, aber vielleicht gibt’s ja noch irgendetwas ganz Neues (was eine Würgefeige ist, wusste ich schon).

Ab jetzt vor allem Literatur für Jugendliche, dazwischen und am Schluss noch ein paar Kinderbücher

Herbert Günther, Die Zeit der großen Worte. Gerstenberg 2014 – Eins der Bücher zum 1. Weltkrieg, männliche Hauptfiguren, Heteronormativität (wie anders?). Eine deutsche Familie, zwei Brüder, Vater und älterer Bruder melden sich freiwillig, Traumabewältigung nach dem Krieg folgt. Ich wäre auf die Sprache gespannt, aber unbedingt Lesen mag ich das Buch nicht.

John Boyne, So fern wie nah. Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit und Martina Tichy, Fischer KJB 2014 – Als das Gegenstück zum vorigen Buch präsentiert, geht es hier um Alfie, der in London lebt und dessen Vater sich freiwillig meldet. Auch hier geht es die Bewältigung des Traumas nach dem Krieg. John Boyne ist der Autor von “Der Junge im gestreiften Pyjama” (seine Bücher scheinen in den deutschen Übersetzungen seither gerne “Der Junge blablabla” zu tragen).Leider gab es keine Buchempfehlungen mit Geschichten von jungen Frauen oder Mädchen, die den 1. Weltkrieg erlebten.

Andrew Fukuda, Die Jäger des Lichts. Band 2, aus dem Englischen von Kristian Lutze, Ravensburger 2014 – Zeit für Dystopien. Genmutationen, Kannibalen mit Vampirzügen, Flucht, Verstellung, anscheinend ein großer Reisser mit männlicher Hauptfigur. Im ersten Band (Die Jäger der Nacht) ging es um die Flucht auf einem Floß, jetzt ist die Gruppe angekommen in einem seltsamen Paradiesdorf in den Bergen, das vor allem von jungen Frauen bevölkert wird … eigentlich ist es eine “Fleischfarm” für den Herrscher der Welt … äh ja. Na wenn’s Spaß macht.

Stefan Casta, Am Anfang war das Ende. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer, Fischer Sauerländer 2014 – Sintflut, Apokalypse, eine Schule (für “spezielle Kinder”, wie sich irgendwie herausstellt, aber was das genau heißt, keine Ahnung), vier Jugendliche, die auf einem Floß treiben … und dann? Scheint sich alles in Verwirrung aufzulösen, wie es bei der Vorstellung und in dieser Rezension beschrieben ist. Erzählt wird es von einem alten Mann, der Fokus scheint aber auf Judit zu liegen. Von allen Büchern der Welt, warum genau dieses lesen? Ich könnte es nicht sagen. Ich will’s nicht.

Patrick Ness, Mehr als das. Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell, cbt 2014 – Der Protagonist stirbt, erwacht aber lebendig in einer anderen Welt und plötzlich sind da andere und anscheinend erscheinen Dinge durch bloßes Erwähnen oder daran denken … äh ja.

Margo Lanagan, Seeherzen. Aus dem Englischen von Mayela Gerhardt, Rowohlt 2014 – Hier wird das Motiv der Selkies verbraten, Robben, die sich in Frauen verwandeln und wieder zurück, solange sie ihren Pelz haben. Aber die Geschichte ist fürchterlich: Die Protagonistin, Außenseiterin auf einer Insel, lockt die Selkies mit Zauberkräften ans Land und kontrolliert sie, um durch ihre Schönheit die Fischer der Insel zu kontrollieren und Rache zu nehmen. Ohne ihre Pelze sind die Selkiefrauen gefangen, erst als sie Kinder bekommen (vor allem Söhne?), werden sie von diesen befreit – da kommt mir die Galle hoch. Nicht, weil Frauen* bzw. Mädchen* nicht als “böse” dargestellt werden sollen, sondern weil die Hauptfigur anderen Frauen* Fürchterliches antut, was oft genug im “echten Leben” geschieht – aber wohl ohne kritische Reflektion . Ich wäre gespannt, wie schlimm das Buch wirklich ist, aber zum Lesen gäbe ich es keinem Kind, keinem einzigen.

Hier begann der “Gender”-Abschnitt, gleich mal mit Zuschreibungen von Büchern als “für Mädchen” und “für Jungen”. *seufz*

Nina Blazon, Der dunkle Kuss der Sterne. cbt 2014 – Mädchen aus der Oberstadt (wohnt im Turm) trift “Wüstenwüstling”, als sie durch irgendwelche Umstände (auf der Verlagswebsite stehen die) aus ihrem Turm fällt – Orientalismus, Heteronormativität … muss denn das wirklich sein? (Außerdem erinnert mich dieses “sie hat ihren Glanz verloren” an Howl’s Moving Castle. Sehr originell.)

Eoin Colferm Warp. Der Quantenzauberer. Aus dem Englischen von Claudia Feldmann, Loewe 2014 – Während das vorhergehende Buch als eines “für Mädchen” beschrieben wurde, sei dieses eines “für Burschen”, weil es so fetzig sei. Dabei ist die Hauptfigur hier “FBI-Junior-Agentin Chevie Savano”. Aber auch sie trifft einen Jungen, der in einer Zeitkapsel aus dem viktorianischen England … erstes Buch einer Serie.

David Levithan, Letztendlich sind wir dem Universum egal. Aus dem Amerikanischen von Martina Tichy, Fischer FJB 2014 – Hier sind wir endlich bei dem Buch, dessen Protagonist_in kein Geschlecht, keinen Körper und keinen Namen außer “A” hat. A wacht jeden Morgen im Köper eines anderen Menschen auf, jeden Tag ist xier (Xier? Ein genderneutrales Possessivpronomen, erklärt von Anna Heger) eine andere Person. Als sich A in Rhiannon verliebt, versucht xier ihr* nahezukommen und ihr* zu verdeutlichen, dass xier immer dieselbe Person ist, halt nur gerade in einem anderen Körper steckt. Zudem – das erste Buch auf der Liste, in dem es vorkommt! – hat A Zugang zum Internet und kann so xiese Identität  bewahren. Leider wird A auf der Verlagsseite als “er” bezeichnet und auch beim Lesen wird durch xiese Liebe zu Rhiannon anscheinend der Eindruck erweckt, dass A doch eine männliche Existenz sein muss. Auch auf der Website des Autors wird A mit “he” bezeichnet – wahrscheinlich ist also die Freude über das Buch verfrüht. Aber lesen würde ich es gerne, vielleicht gibt’s ja Hoffnung.

Atelier Flora, Das Buch der Verwandlungen. Beltz & Gelberg 2014 – Ein Buch über Verwandlungen, tatsächliche (Raupe zu Schmetterling) und literarische (Stroh zu Gold) und so weiter. Im “Gender”-Abschnitt steht es wohl, weil sich darin eine Frau* in einen Mann* und ein Mann* in eine Frau* “verwandeln”, d.h. durch Abrasieren der Haare bzw. Auftragen von Schminke und Tragen einer Perücke als männlich* bzw. weiblich* lesbar werden. Leider muss das schon fast als revolutionär gelten. Ansonsten – wohl zum Nachdenken über “Verwandlung” bzw. Anleitungen für Verkleidungen?

Frida Nilsson, Hedvig! Die Prinzessin von Hardemo. Ill. von Anke Kuhl, aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger, Gerstenberg 2014 – Anscheinend eine beliebte Serie. Hedvig geht in einem idyllischen Fantasieschweden mit Telefon aber ohne jegliches Internet und so in die 3. Klasse. Ein neues Kind kommt in die Schule (die im Titel genannte Prinzessin) und wird von Hedvig so schön gefunden, dass es auf ihrem Schoß sitzen soll. Aber das zuerst als ein Mädchen interpretierte Kind hat einen Bubennamen, die Neckereien gehen los und Hedvig ist böse auf Olle und schwört Rache. Ein Liebespaar werden sie nicht, aber irgendwie schon? Ach seufz. Lesen würde ich es, um herauszufinden, was jetzt genau passiert (also ob Olle für sein Aussehen geneckt wird oder nur Hedvig wegen Heteronormativität), aber ernsthaft … wird das irgendwann mal besser?

Rose Lagercrantz, Das Geburtstagskind. Ill. von Susanne Göhlich, aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch, Moritz 2014 – Ninni wird in einer Woche sieben. Und sie will Ebba heiraten oder zumindest ihre Freundin werden. Aber ist es nur wegen dem Eisbärenfell? Trubel, Dings und der 7. Geburtstag. Auch hier ist es wohl schon als revolutionär, dass Ninni Ebba heiraten will und nicht Emil und ich sehe schon das Argument kommen mit “Ja, aber *muss* das so betont werden für Siebenjährige” und ich sage … ja. Von daher hätte ich lieber eine deutsche Übersetzung von “La princesse qui n’aimait pas les princes” (Die Prinzessin, die keine Prinzen mochte). Hier ist die Beschreibung auf der Website des französischen Verlags und hier könnt ihr ein paar Blicke ins Buch werfen. Danke an @taubenartigerin für den Hinweis.

Tamara Bach, Marienbilder. Carlsen 2014 – Ein Buch über drei Frauen und unendliche Möglichkeiten. Was wäre wenn? Das wird hier immer wieder überlegt, mit Rückblenden zur Großmutter des Vaters, zur Mutter, zu Mareike selbst. Ungewohnt offen werden Abtreibung, die Situation für Frauen in Deutschland nach dem Ende des 2. Weltkriegs (in verschiedenen Szenarien) angesprochen – dieses Buch kommt auf meine Leseliste.

Lisa Bjärbo, Alles, was ich sage, ist wahr. Aus dem Schwedischen von Maike Dorries, Beltz & Gelberg 2014 – Alicia will nicht mehr in die Schule, sie arbeitet also in einem Café und zieht zu ihrer Großmutter. Als diese stirbt, muss sie ihre Trauer bewältigen. Natürlich mit Liebesgeschichte, anders geht es nicht (ja, hetero, klaro).

Jennifer Castle, Der Anfang von Danach. Aus dem Englischen von Karen Nölle, Carlsen 2014 – Auch hier ein Leben mit der Großmutter und auch hier Trauer, da Laurel’s Eltern bei einem Autounfall sterben, auch hier die erste große Liebe … (Lieber Alison Bechdels Fun Home.)

Jenny Han/Siobhan Vivian, Auge um Auge. Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann, Hanser 2013 – Rache scheint wirklich ein großes Thema zu sein. Hier verbünden sich drei junge Frauen, die dann aber erschrecken, als ihre Rache Konsequenzen hat und darüber ins Nachdenken kommen. Hm.

Kirsten Boie, Schwarze Lügen. Oetinger 2014 – Anstatt Schwarze Autoren* und Autorinnen* selbst zu Wort kommen zu lassen, gibt es halt diesen Jugendkrimi einer weißen (und berühmten) Jugendbuchautorin … gut gemeint ist auch daneben. Auf der Verlagswebsite steht “Ein spannendes Spiel mit kulturellen Voruteilen und genauem Blick für soziale Milieus” – für Schwarze Menschen in Europa ist das kein Spiel. Bah.

Sally Nicholls, Keiner kommt davon. Aus dem Englischen von Beate Schäfer, Hanser 2014 – Dieses Buch kam auch auf meine Leseliste, denn es geht um die große Pest von 1347-1351, mit einer weiblichen Hauptfigur. Yessssss. (Ja, also Isabel lebt in einem Dorf und die Pest kommt näher und dann ist sie da und dann muss sie mit Tod und allem umgehen und mir doch egal was alles genau passiert – PEST! Geschichte! Woohoo! Falls das Buch doch nicht so toll ist, jammere ich nachher drüber.)

Polly Horvath, Wie wir das Universum reparierten. Aus dem Englischen von Katrin Behringer, bloomoon 2014 – Wieder Autounfall und Tod der Eltern, zwei Cousinen kommen zu ihrem seltsamen Onkel auf eine Insel, die von abgestürzten Flugzeugen übersät ist – aber es ist keine “Wir finden eine neue Familie und alle sind happy”-Geschichte, sondern ein vorsichtiges Abtasten und Austarieren, wie denn Zusammenleben geht, laut den Vorstellenden. Wenn grad nichts anderes Lesbares verfügbar ist, vielleicht.

Jenny Jägerfeld, Der Schmerz, die Zukunft, meine Irrtümer und ich. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer, Hanser 2014 – Dieses Buch klingt literarisch spannend. Maja sägt sich die Daumenspitze ab und in diesem Moment geht ihr einiges durch den Kopf. Was die Leidmedien.de zur Buchbeschreibung sagen würden, oje, oje. Ich hoffe nur, dass im Buch die Mutter nicht auch an Asperger-Syndrom “leidet”, sondern damit lebt. Große Liebe natürlich inklusive, yep, so wie’s per Gesetz vorgeschrieben ist. (§2350723492734: Jedes Jugendbuch mit einer weiblichen Hauptfigur muss zwingend eine Liebesgeschichte mit einer männlichen Figur enthalten, ansonsten wird die_der Autor_in verhaftet und lebenslang eingesperrt.)

So. Zum Abschluss noch ein paar Bilderbücher:

Shaun Tan, Die Regeln des Sommers, Aus dem Englischen von Eike Schönfeld, Aladin 2014 – Hach, Shaun Tan. In diesem Buch geht es um zwei Brüder, deren Sommer von gewissen Regeln bestimmt ist. Was passiert, wenn diese nicht befolgt werden, zeigt sich in den Illustrationen. Witzig, manchmal leicht bedrohlich, mit schönen Bildern – yep, würde ich mir zulegen oder als Geschenk nehmen bzw. geben. Definitive Empfehlung.

Martin Baltscheit/Christine Schwarz: Schon gehört? Beltz & Gelberg 2013 – Bei einem schlafenden Flamingo sammeln sich immer mehr Vögel, die pikiert sind, dass der Flamingo nicht zurückgrüßt und erfinden daher immer größere Lügen und Geschichten über den Flamingo. In den Illustrationen verwandelt er sich passend zu den Lügen immer weiter, bis er schließlich wie ein Monster aussieht, das plötzlich einen (oder alle) Vögel frisst und sich dann wieder in den Flamingo zurückverwandelt. Ist also die Aussage der Geschichte: “Gerüchte können doch wahr sein”? Das ging wohl daneben. Und die Illustrationen sind auch nicht besonders.

Stian Hole, Annas Himmel. Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger, Hanser 2014 – Nochmal geht es um den Tod, um den der Mutter – und was diese dann im Himmel tut. Unkraut jäten, z.B. … na danke. Falls das Konzept “Himmel” ohne viel Religion vermittelt werden soll, ist es sicher ein ganz nettes, buntes Buch, mit okayen Collage-Illustrationen. Netterweise wird die Mutter im Himmel auch in die Bibliothek gelassen … aber Unkraut jäten würde ich mir verbitten.

David Wiesner, Herr Schnuffels. Aus dem Englischen von Paula Hagemeier, Aladin 2014 – Das andere Bilderbuch, das ich unbedingt haben will. Herr Schnuffels ist ein Kater (der zufällig meinem Kater sehr ähnlich sieht) und will nicht mit seinem Spielzeug spielen. Nur mit einem … aber das ist eigentlich ein Raumschiff mit klitzekleinen Aliens. Um Herrn Schnuffels zu entkommen, verbünden sie sich mit den Insekten. Das ganze ist eher ein Comic, denn es gibt Sprechblasen – in denen aber kein für uns lesbarer Text steht! Das und die wunderbaren Illustrationen aus Katzensicht – in diesem Video könnt ihr David Wiesner bei der Recherche zusehen – machen das Buch für mich sehr reizvoll.

Nicolas Mahler, Franz Kafkas nonstop Lachmaschine. Reprodukt 2014 – Diesen Comic besitze ich (weil ich darin zitiert werde *angeb angeb*). Ich finde ihn aber tatsächlich auch sehr lustig und empfehle ihn sehr.

Puh! Das war’s! Viel Spaß beim Lesen, falls ich euch nicht gänzlich abgeschreckt habe!

Taste the Definitionsmacht – Comics und Kanon

Wie sieht es denn bei den Mainstreamcomics bzw. Graphic Novels genau aus mit der Verteilung zwischen Männern* und Frauen*? Sind wir da schon auf gleich? Oder werden doch vor allem Männer*erlebnisse und Männer*literatur von männlichen* Comiczeichnern in Projekte umgesetzt, die dann von männlichen* Kritikern besprochen werden?

Hier sind ein paar Statistiken dazu. Zum Beispiel basieren im ganzen “The Graphic Canon”-Projekt nur 25 Comics auf Literaturvorlagen von Autorinnen*. 49 weibliche* Hauptfiguren kommen vor, 86 Künstlerinnen* waren beteiligt. Klingt das nach viel? Lest nach.

Welcome to Shoebox Castle!

Ein Tweet

Ein Text

Ein Rant.

Und einige Statistiken.

Die Frage, ob Comics Kunst sind, ist immer mit “Ja” zu beantworten. Darum geht es nicht in diesem Rant. Bestes Statement zu dieser Frage kam von @karinkollerwp:

Es geht auch nicht darum, ob Comics von Männern* oder Frauen* mehr “wert” sind, welche ich lieber lese, etc., denn ich lese fast alle Comics, die mir unterkommen.

In der österreichischen Tageszeitung “Die Presse” schreibt Christoph Huber am 17.11.2013 (in der Print-Ausgabe) (wie schon getweetet) eine Männerkritik über Männercomics über Männerliteratur und Männererlebnisse.

Es kommen vor:

Nicolas Mahlers Essay in Bildern in der…

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Nicht zu fassen – Graphic Novels “For Ladies Only”

Erinnert ihr euch? Vor zwei Wochen war ich in Nürnberg und habe dort einen Comic gekauft. Eigentlich wollte ich ja “Are You My Mother” von Alison Bechdel kaufen, aber Verena hatte das letzte Exemplar gekauft. Also habe ich ein bisschen geschmökert und bin dann auf “Wie ein leeres Blatt” von Pénélope Bagieu und Boulet gestoßen. Wenn ihr diesem Link folgt: http://www.carlsen.de/hardcover/wie-ein-leeres-blatt/27917#Inhalt kommt ihr auf eine neutrale Seite, wo ihr Cover, Inhalt und Bewertungen seht und den Comic direkt kaufen könnt.

Heute habe ich den Comic noch einmal gelesen. Und was sehe ich auf der letzten Seite? Etwas, das mir vorher nicht aufgefallen war. Etwas, das mir den Sonntagmorgen ein wenig vermieste. Das da:

Graphic Novels für Frauen

Foto Anna Zschokke

HÄÄÄÄÄÄÄ?!?!?! Was soll das? Nach einem entrüsteten Tweet die Googlesuche: ja. Das gibt’s wirklich. “For Ladies Only” sagt der Carlsen Verlag. Um die Reihe zu bewerben, gab es schon ein paar “Ladies-Nights” in Buchgeschäften, mit einer Lesung und

“Prosecco und fettreduzierten – aber sehr leckeren – Schnittchen der portable Make-Up-Tisch einer Kosmetikfirma, an dem man sich optisch herrichten lassen konnte, sowie eine Kamera mit New York-Fototapete, vor der eine Mitarbeiterin einer Hamburger Fotostudiokette gewillte Damen ablichtete,”

berichtet madamebooks in ihrem Blog. Besucht hat sie die Ladies-Night (Ladies’ Night, wenn schon!) gemeinsam mit Lachwitz, der ebenfalls darüber bloggte.

Dazu gleich mal ein Hinweis: ich teile nicht alle Meinungen, die in den bis jetzt und danach zitierten Blogs bzw. Comics vertreten werden.

Hier ein paar der Reaktionen (ansonsten “Graphic Novels für Frauen” googeln), auf die ich mich auch beziehen werde:

Auf “Das Leben ist kein Ponyhof” in Comic- und Blogpostform von Sarah Burrini – Leseempfehlung für den Comic, übrigens.

Auf “Ein Comicleben” – auch Leseempfehlung.

Auf Beetlebum von Johannes Kretzschmar

Und auf Grober Unfug – Blog eines Berliner Comicladens mit 2 Filialen, die sich schon mal auf einen Besuch von mir gefasst machen können. Am 11.5. ist nämlich Gratis-Comic-Tag und ich bin dann in Berlin. Und meine Katzenohren auch.

Und was sollen “Graphic Novels für Frauen” jetzt sein? Von der Seite des Carlsen-Verlags:

Die Antwort, warum es Graphic Novels für Frauen braucht, ist ganz einfach: Frauen stehen gar nicht auf Superhelden und krude Zeichnungen!

*seufz* Ehrlich? Wirklich? Alle Frauen? Unkritisch stehe ich nicht zu Superheldencomics, aber ich mag X-Men, besitze V for Vendetta und The League of Extraordinary Gentlemen (ja, keine “normalen” Superheldengeschichten) und lese gerne Manga und schaue gerne Anime mit Superhelden und Superheldinnen. Von den amerikanischen Superheldenfilmen hab ich jetzt ein bisschen genug, aber ich habe mir etliche angesehen und einige ziemlich cool gefunden. Außerdem: Wonderella und andere Onlinecomics. Und ich bin damit nicht allein. Es gibt viele weibliche Fans von Superhelden und Superheldinnen, da stimme ich mit Ein Comicleben überein.

Mir sind auch krude Zeichnungen egal, wenn nur die Geschichte gut ist oder die Gags lustig sind. Ach, Carlsen, Carlsen. Klar, hier geht es nicht um Frauen, die schon Comics lesen. Hier geht es um Frauen, die *nicht* Comics lesen, deshalb heißt es ja auch “Graphic Novels”, damit die Nase ungerümpft bleibt. Deshalb wäre es ja auch gut, wenn die “Graphic Novels für Frauen” in der Brigitte rezensiert werden, wie Sabine Witkowski, verantwortliche Redakteurin, zu madamebooks gemeint hat. Ich verstehe das. Neue Zielgruppen erschließen und so.

Um die Comics an die Frau zu bringen, wurden die “Graphic Novels für Frauen” auch als “Lifestyle-Produkte” beworben, mit Deko-Kissen, wie auf Grober Unfug zu sehen ist. Weiters wird auf der Seite des Carlsen-Verlags bekanntgegeben:

Und schließlich sind sie so gemacht, wie es selbst im Carlsen Verlag erst mal die Frauen haben wollten: Die Bücher passen in jede Handtasche, haben einen praktischen Gummibandverschluss UND fühlen sich gut an!

Ja, das ist wichtig! (Nicht.) Denn haben die neuen Graphic Novels nicht im Allgemeinen alle Handtaschenformat? Und Manga sowieso? Bzw. gibt es ja doch auch Stoffbeutel und Oversize-Handtaschen? Werden normale Bücher auch damit beworben, dass sie Handtaschenformat haben? Werden Graphic Novels sonst damit beworben, dass sie Rucksack- oder Aktentaschenformat haben? Ich mag ja auch die A4-formatigen Comics, weil sie ihren ZeichnerInnen mehr Platz bieten (ach, die ganzseitigen Bilder in Garulfo, und Mit Mantel und Degen). Insgesamt ist mir das Format egal, gebt mir gute Comics!

Und wie sieht es jetzt mit den Inhalten aus? Modewelt in Paris. Alltagsleben plus Schuhfetischismus. Magersucht. Klar, das hat “Frauen” zu interessieren. Nein, ich habe diese Comics nicht gelesen. Lesen würde ich sie schon, denn ich bin neugierig und die Geschichten scheinen gut zu sein (ich vertraue da mal auf Beetlebum und den Carlsen-Verlag). Zweimal pink und je einmal türkis, weiß und crémefarben sind die Cover, die bisher auch noch mit einem Hinweis “Special Edition For Ladies” versehen waren. Gnah. Warum das Pink ein Problem ist, erklären Ein Comicleben, Sarah Burrini und das Internet gerne.

Wie ein leeres Blatt

Foto Anna Zschokke

Der Comic “Wie ein leeres Blatt” hat keinen solchen Hinweis. Offensichtlich wurde das wieder aufgegeben, wie Andreas Blatt in seiner Rezension für das Comic-Blog der FAZ berichtet. Meine Motivation, zu dem Comic zu greifen, war ja genau Boulet, bzw. da ich ja seinen Onlinecomic lese, den er gratis im Netz zur Verfügung stellt, wollte ich ihn durch den Kauf des Comics finanziell unterstützen (ja, da bin ich wohl etwas idealistisch).

Hätte ich den Comic gekauft, wenn ich gewusst hätte, dass er “für Frauen” gedacht ist? Ich habe mich ja schon im Comicladen gewundert, was es mit den Gummibändchen
auf sich hat, da lagen nämlich noch mehr aus der Reihe. Aber nicht als Extra-Display, zum Glück. Die anderen haben mich aber nicht angesprochen, vor allem nicht, nachdem ich “Boulet” gesehen hatte. Im Nachhinein kann ich es nicht sagen. Vielleicht hätte ich ihn gekauft (Boulet!) und sofort einen Blogpost geschrieben? Vielleicht hätte ich auf dem Bibcamp eine andere Session (über Feminismus, Sexismus und/oder andere Ismen in Bibliotheken nämlich) gehalten?

Jetzt, da ich “Wie ein leeres Blatt” besitze, bin ich froh – die Geschichte ist gut. Es geht ja auch nicht um ein “Frauenthema”, sondern die Hauptfigur des Comics ist eine Frau, die ihr Gedächtnis verloren hat. Und sie holt sich Hilfe bei einer anderen Frau. Als Film würde der Comic den Bechdel-Test bestehen. Dabei wurde die Geschichte von einem Mann geschrieben, so wie auch “Luft und Liebe“, ein anderer Comic aus der “Graphic Novels für Frauen”-Serie, geschrieben von Hubert, gezeichnet von Marie Calliou.

Im Idealfall ist sowohl das Geschlecht der Leser*innen als auch der Autor*innen (ja, dieser Absatz bewusst mit Gendersternchen) egal – universell ansprechend sollen sie sein, die Comics. Wer kann sagen, was wem gefällt? Lesen Brigitte-Leser*innen denn nur Bücher über “Frauen”themen? Was sagt da der Carlsen Verlag?

Mit den Graphic Novels hat sich das inhaltliche und gestalterische Spektrum der Bildergeschichten so breit entwickelt, dass sich auch Frauen dafür interessieren.

Ach so, erst mit den Graphic Novels. Ja. Ehrlich? Dabei sollten sie doch im Carlsen Verlag eine Ahnung von Comicgeschichte haben. Aber es geht hier ja um “Frauen”, die noch keine Comics lesen.

Nun, ich lese ja schon Comics. Ich lese Comics, seit ich ein Kind bin. Comics haben in meiner ganzen Entwicklung eine unglaublich wichtige Rolle gespielt. Ich rede hier nicht von Micky Maus, Donald Duck, Lucky Luke, Asterix, Tim und Struppi, Gaston, Marsupilami, Isnogood, Yoko Tsuno und viele mehr, obwohl die auch immens wichtig waren. Ich rede von Claire Bretécher, Franziska Becker, Gerhard Seyfried, wunderschönen, absolut nicht jugendfreien und ganz auf Männer ausgerichteten Comics aus den Sammlungen von diversen Erwachsenen in meinem Umfeld, Ralf König (der war ganz, ganz wichtig), Maus, den unvergleichlichen Love & Rockets von Jaime und Gilbert Hernandez, Strangers in Paradise von Terry Moore, der eine große weibliche Leserschaft hat (für die beiden letzten danke, danke, DANKE Büchereien Wien!), Garulfo, Mit Mantel und Degen, Trent (ja, ich mag Western), etc. etc. etc. und so weiter, bis Flight, die tausenden Manga und die vielen, vielen Onlinecomics, die ich seit fast meiner Anfangszeit im Internet (gute 14 Jahre) lese.

Ich bin mit meiner Liebe zu Comics nicht allein. Es gibt noch viele andere Menschen, die Comics lieben und kaufen. Wie in einigen der Blogposts von männlichen Autoren angemerkt, hätten auch diese Interesse an den “Graphic Novels für Frauen”. Muss es also wirklich die Schubladisierung sein?

Mein Tipp: Anstatt “Graphic Novels für Frauen” herauszugeben, überlegt euch lieber, wie ihr gute Autor*innen unterstützt, die zu allen möglichen Themen schreiben. Wenn Kinder und Jugendliche zu Comics kommen, lesen sie alles und sollen auch alles lesen dürfen. Vielleicht verstehen sie noch nicht alles, aber der Eindruck bleibt. Springen Erwachsene erst über die Hürde des “aber Comics sind doch Kinderkram”, freuen sie sich sicher auch, wenn sie nicht in Schubladen gesteckt werden und ein genauso breites Angebot finden.

So aber: Sympathieverlust und Genervtheit.

Einmal Stadtbibliothek Nürnberg, bitte – Bibcamp 2013, Teil 2

Vorwarnung: Die Beschreibung des Bibcamp 2013 in Nürnberg folgt in Teil 3. Hier beschreibe ich meinen Besuch in der Stadtbibliothek Nürnberg mit vielen Fotos.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Auf dem Weg vom Comicladen (siehe Teil 1) zum Bibcamp kam ich auf die Idee, doch schnell in die Stadtbibliothek von Nürnberg zu schauen. Das ist jetzt aber kein umfassender Bericht, sondern eine Auflistung der Dinge, die mir aufgefallen sind. Für mehr als Schauen und Staunen hatte ich nicht wirklich Zeit.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Es war nicht weiter schwierig, die Stadtbibliothek zu finden. Nur der Haupteingang war ein wenig versteckter als erwartet, dahinter dann eine Freitreppe mit großen Stufen, die ins Bibliotheksinnere führte. Dort gab’s erst einmal das erste Staunen: Kästchen ohne Schlüssel, ohne Münzen! Einfach einen selbst gewählten, vierstelligen Code eingeben und voilà! Sehr elegant.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Mein nächster Halt beim Rundgang durch das Erdgeschoß war das Regal mit den Bereitstellungen für die BibliotheksbenützerInnen. Die stehen in der Stadtbibliothek einfach so offen herum – keine Wartezeiten am Schalter mehr!

Die Stadtbibliothek Nürnberg verlangt für die Benützung der Bibliothek übrigens keine Jahresgebühr und es gibt auch keine Gebühren für die Ausleihe von Medien. Verrechnet werden Mahngebühren und die Verlängerung von Medien. Genaueres dazu hat Wolfgang Kaiser auf bibliothekarisch.de geschrieben.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Leider konnte ich das schöne Stiegenhaus wegen einem beleidigten Knie nicht benützen. Also habe ich den Lift genommen. Jedes Stockwerk hat seine eigene Farbe und wie ihr sehen könnt, ist im Lift angeschrieben, welche Bereiche sich wo befinden.

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Ich entschied mich für den dritten Stock, wo sich Kinder- und Junge Bibliothek befinden. Wie Bibliotheksbereiche für Kinder und Jugendliche gestaltet sind interessiert mich besonders. Vor allem die Trennung hat mich hier gereizt – wie würde diese aussehen?

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

In der Kinderbibliothek fiel mir erst einmal diese hübsche kleine Bücherausstellung zum Thema China auf. Genau auf der richtigen Höhe für Kinder befand sich eine gute Mischung mit Bilderbüchern und Sachbüchern. Das Buch “An Großvaters Hand” von Chen Jianghong kann ich übrigens nur empfehlen.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Auch die Höhe der Infotheke ist in zwei Bereichen auf kleinere Kinder ausgerichtet. Wie sich dieses offene Arrangement im Alltag bewährt würde ich gerne einmal sehen.

Weiter hinten gab es dann noch ein Zelt, große, bequeme Sitzgelegenheiten zum Herumlümmeln, lustige Teppiche, einen Veranstaltungsbereich mit großen Stufen, auf denen eine ganze Schulklasse sitzen kann, und viele, viele Medien in allen möglichen Sprachen. Der ganze Bereich ist schön, ohne mit zu viel Spielzeug oder kitschigen Gestaltungselementen vollgeramscht zu sein. Und der Ausblick ist umwerfend – leider war das Wetter trüb.

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

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Und dann ging es eben in die Junge Bibliothek, ein Ausdruck, der mir gut gefällt. Mir gefällt auch, dass sie vom Kinderbereich räumlich klar getrennt ist.

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Was mir nicht gefällt ist dieses Plakat. Mittlerweile ist klar, dass sich Bilder wie dieses negativ auf das Selbstbewusstsein junger Frauen auswirken – eine Gruppe von Jugendlichen, vielleicht sogar bei der Bibliotheksbenutzung wäre mir lieber.

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Fast revolutionär ist hier aber im Sitzbereich der Getränkeautomat mit verschließbaren Flaschen. Ich hoffe, die Sitzgelegenheiten bleiben auch bei längerer Verweildauer bequem.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Hier gibt es auch einen eigenen Bereich für den XBOX-Treff, mit Fußschemeln – das ist ziemlich cool.

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Vollends neidisch wurde ich dann bei der Mangasammlung. So eine hätte ich auch gerne in einer nahe gelegenen Bibliothek.

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Die eingestrickte Säule war dann das letzte Highlight der Jungen Bibliothek, bevor ich weiter musste – ob es da eine Strickgruppe gibt, die sich dort trifft?

Insgesamt hat mir auch die Junge Bibliothek sehr gut gefallen. Wie das dann aber ist, wenn ältere BesucherInnen diesen Bereich der Bibliothek benützen wollen, ist eine andere Frage. Von amerikanischen BibliothekarInnen weiß ich, dass Bereiche für Jugendliche auch ältere BenützerInnen anziehen und dass sie ein ziemliches Auge darauf haben müssen, wenn diese für die Jugendlichen unangenehm werden. Ich unterstütze auch voll und ganz, dass Jugendliche ihre eigenen Bereiche brauchen. Aber ich will auch Manga lesen …

Dann musste ich weiter. Angenehm verabschiedet wurde ich durch die wohlriechende Seife in der Toilette im Erdgeschoß. Es war keine rosa, blaue, weiße oder schaumige Industrieseife, sondern sie duftete irgendwie nach Mandeln und Sheabutter und hat mich schwerst beeindruckt. So ein kleines Detail, aber was für ein bleibender Eindruck.

Es gab dann am 2. Tag des Bibcamps eine Führung durch die Bibliothek, die ich ausgelassen habe – ich mag Gruppenführungen nicht besonders. Ich weiß nicht, ob mir genauso viel aufgefallen wäre. Zwei Wochen später ist auch ein bisschen etwas von der “Alles ist so cool!”-Stimmung verflogen und ich sehe mehr Aspekte, darunter auch kritische. Aber der positive Eindruck überwiegt. Von daher – Stadtbibliothek Nürnberg – gerne wieder!

So. Und jetzt komme ich ENDLICH zum Bibcamp. In Teil 3 …

Editiert wg. Formatierungsproblemen.

Mit Katzenohren nach Nürnberg – Bibcamp 2013, Teil 1

Nur zur Vorwarnung: Eine genauere Beschreibung des Bibcamps 2013 in Nürnberg findet in Teil 3 statt. Hier beschreibe ich vor allem meine Vorbereitungen und einen Teil meines Ausflugs vor dem Bibcamp. Teil 2 beschreibt dann meinen Kurzbesuch in der Stadtbibliothek Nürnberg. Wenn ihr aber wissen wollt, warum ich beim Bibcamp Katzenohren anhatte, lest weiter.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Sie ging schon am Donnerstagabend los, meine Reise nach Nürnberg zum Bibcamp 2013. Bibcamp? Ein Bibcamp ist ein Barcamp für BibliothekarInnen und Bibliotheksinteressierte. Und was ist ein Barcamp? Ein Barcamp ist eine andere Form der Konferenz, eine Unkonferenz, frei zugänglich, ohne vorher festgelegtes Programm. Abgehalten werden keine Frontalvorträge, sondern Sessions, die jede und jeder vorschlagen kann und in denen, vielleicht nach einem kurzen Vortrag der ModeratorInnen, alle zum mitdiskutieren eingeladen sind. Oder schaut mal hier auf Wikipedia, was ein Barcamp ist.

Im Vorfeld, beim Packen, ließ ich meinen Assoziationen freien Lauf. Aus unerfindlichen Gründen dachte mein Hirn, dass ich Hosen anziehen müsste, denn wir könnten ja möglicherweise auf dem Boden sitzen. Das kommt wohl von meiner Assoziation von “Barcamp” mit “Spontanität”. Das hab ich meinem Hirn dann schnell ausgetrieben. Aber mein Hirn wollte auch Katzenohren mitnehmen. Katzenohren? Die haben doch auf einer ernsten Veranstaltung nichts zu suchen! Ein Bibcamp ist doch kein Faschingsfest und auch keine Comicbörse. Aber sagt das mal meinem Hirn. Also war ich stark versucht, sie zuhause zu lassen. Eine kurze Meinungserhebung auf Twitter hat mich umgestimmt.

Katzenohren und R2Knee2

Foto Verena Lenes

Und warum Katzenohren? Was es mit denen auf sich hat, wurde ich öfter gefragt. Bei der ersten Anfrage habe ich leider komplett ausgeblendet, dass nicht alle wissen, woher das Katzenohrenmem kommt und habe die Frage daher wohl sehr ungenügend beantwortet (sorry!). Katzen- und andere Tierohren sind ein Bestandteil der japanischen (Comic)kultur. Ja, genau, die kommen aus den Manga, den Comics mit den großen Augen. Heute sind sie nicht mehr so topmodern (die Manga- & Animewelt hat sich entwickelt), aber als Verkleidung auf Conventions, wo sich alle möglichen Fans treffen, sind sie ein wichtiger Bestandteil. Mehr dazu natürlich auf Wikipedia.

Für mich sind die Katzenohren einfach lustig und ich finde mehr Spaß täte uns allen gut. Ich habe sie auch einmal in meiner letzten Bibliothek aufgesetzt, sogar mit geschminkter Katzennase und Schnurrbarthaaren (damals wirklich am Faschingsdienstag) und die vielen erstaunten und lächelnden Gesichter waren es mir wert. Meine und eure Barrieren abbauen ist daher ebenfalls ein Bestandteil meiner Motivation. Außerdem, zynisch gesagt, wissen jetzt alle wer ich bin – die mit den Katzenohren.

Dyeforyarn in Fürth

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Das Bibcamp 2013 begann offiziell am Freitag, dem 12. April um 13 Uhr. Ich machte mich, wie gesagt, schon am Donnerstag auf den Weg. Am Freitagmorgen wollte ich genug Zeit haben, um in Fürth bei Dyeforyarn Wolle einzukaufen. Was meine Strickleidenschaft mit Bibliotheken zu tun hat, sage ich euch dann in Teil 3.

“Und dann hast du dich auf den Weg zum Bibcamp gemacht!”, sagt ihr. Ja … äh, nein. Nachdem ich wieder in Nürnberg angekommen war, machte ich mich auf den Weg zu einem Comicladen, den Verena schon am Donnerstag besucht hatte. Sie erstand dort Alison Bechdel’s neuen Graphic Novel “Are You My Mother?” (erscheint diesen Herbst auf Deutsch)., lieh ihn mir als Abendlektüre und da er mir sehr gut gefiel (ihr “Fun Home” gehört ja zu meinen wichtigen Büchern), musste ich mir ein eigenes Exemplar anschaffen.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Ich bin jetzt noch ergriffen vor Ehrfurcht bei der Erinnerung an diesen Comicladen. Ultra Comix heißt er, in der Vorderen Sternengasse in Nürnberg liegt er. Drei Stockwerke Comics, Bücher, Plakate, Spiele, T-shirts und noch viel, viel mehr. Alles, was so ein Nerdherz begehrt. Außer “Are You My Mother?”, denn das letzte Exemplar hatte Verena gekauft.

Also ein bisschen geschmökert und Fotos gemacht, dann “Wie ein leeres Blatt” von Pénélope Bagieu und Boulet gekauft. Darin geht es um eine junge Frau, die eines Tages auf einer Bank aufwacht und ihr gesamtes früheres Leben vergessen hat. Boulet führt übrigens hier ein grandioses Comiconlinetagebuch.

Befürchtet ihr jetzt, dass ich vor lauter Wolle, Comics und Begeisterung nie zum Bibcamp komme? Fürchtet euch nicht! In Teil 2 geht es weiter in die …

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Editiert am 28.4. (Namen korrigiert).