Mein E-Reader und ich ein paar Monate später

Letztes Wochenende bin ich wieder einmal von einem Studienwochenende in Berlin zurückgekehrt. Wie fast immer hatte ich meinen Kobo Glo dabei. Selbst wenn ich ihn gar nicht benutze, ist es gut ihn für alle Fälle dabei zu haben. Als ich ihn einmal vergaß, musste ich 30 Bücher kaufen kaufte ich ein Buch und zwei Comics. Die Comics hatte ich zwischen Berlin und Dresden ausgelesen. Ich brauche ihn nicht immer, aber wenn er nicht mit ist, kann es schlimm werden.

Denn mittlerweile habe ich mich ja an eine gewisse Routine gewöhnt und kann im Nachtzug recht gut schlafen. Wenn ich richtig müde bin – und das versuche ich meistens zu sein – lese ich nur kurz im Kobo, wenn überhaupt. Aber diesmal nicht. Diesmal konnte ich partout nicht schlafen.

Das sind die Glanzstunden des Kobo Glo. Ohne die anderen Fahrgäste zu stören, konnte ich mich ungestört Elisabeth Gaskells “North & South” widmen und brauchte dazu nur die niedrigste Helligkeitsstufe. Bis es in Prag um halb fünf hell wurde, da wechselte ich dann zwischen Schlafen, Lesen und Landschaftsbetrachtung. Die Rückfahrt über Hannover war noch schlimmer und um ca. 6 Uhr früh hatte ich “North & South” ausgelesen. Der Kobo war bei der Abreise zu 100% geladen gewesen. Nach zwei fast durchlesenen Nächten mit dauerhafter niedrigster Beleuchtung hatte er noch 79% Batteriezeit. Klingt nach viel Verbrauch? Ohne Beleuchtung verbraucht der Kobo so wenig Strom, dass ich noch lange weiterlesen kann und selbst mit Beleuchtung hat er noch für 8 Nächte Energie.

Lesestatistiken

Gleichzeitig hatte ich auch Zeit, mir Gedanken über die Kobo-Gamification zu machen. Kalte Fakten gibt’s bei den Lesestatistiken, die mir verraten, was ich gerade lese, wieviele Bücher und Stunden ich insgesamt gelesen habe, etc.

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Aber dann gibt es noch Lesepreise, von denen ich mittlerweile auch einige “gewonnen” – sagen wir lieber: erreicht – habe. Bei manchen von diesen ist angegeben, wie sie erreicht werden, bei anderen nicht.

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Wird ein Preis während dem Lesen erreicht, erscheint ein kurzer Hinweis, der aber nicht anklickbar ist und nur so kurz aufscheint, dass gar nicht klar ist, welcher Preis da erreicht wurde. Von den Preisen selbst – derzeit 26 – beziehen sich 10 auf das Lesen zu verschiedenen Tageszeiten – z.B. zur Geisterstunde oder am frühen Nachmittag, ein paar auf das Benutzen von Features, z.B. Markieren, Worte nachschlagen und der Rest auf Lesevolumen, Lesedauer, das Teilen des Reading Life auf Facebook und noch ein paar so Dinge.

Außer der simplen Existenz dieser “Lesepreise” und der Möglichkeit, ihr Erreichen auf sozialen Netzwerken teilen zu können, gibt es keine Anreize dafür, die Preise zu gewinnen (z.B. Gutscheine für e-books). So viele Preise gibt es auch nicht, aber es scheint, dass seit dem letzten Update ein paar dazu gekommen sind. Was bei Kobo-Updates passiert, wird übrigens nicht kommuniziert.

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Fraglich ist, wie das Erreichen der Preise gemessen wird – wie lange und wie oft muss gelesen werden, damit “zur Geisterstunde lesen” erreicht wird? Den Preis “Wörter hoch!”, also das nachschlagen von 10 neuen Bedeutungen im eingebauten Wörterbuch, habe ich sicher nicht “ehrlich” gewonnen, da ein unabsichtliches Antippen der Mitte des Bildschirms bereits zum Aufrufen des Wörterbuchs führen kann. Noch dazu kennt das Wörterbuch genau die Worte nicht, die mich am meisten interessieren …

Wörter hoch

Und von dem Kommentar beim “Wörter hoch!” Preis, da steht “Sie haben 10 neue Bedeutungen nachgeschlagen. Vielleicht ist es jetzt Zeit, mal rauszugehen?”, bin ich ja nicht so begeistert.

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Beim Preis “Primetime” steht “Ihr Fernseher fühlt sich vermutlich einsam! Sie haben fünfmal zur besten Sendezeit gelesen: von 20-22 Uhr”. Ich habe keinen Fernseher. Und sollte ein E-Reader nicht eigentlich zum Lesen animieren? Wenn die Leserin oder der Leser fünfmal zwischen 14 und 16 Uhr liest, schließt der Kobo daraus, dass sie/er heute frei hat. Und Pendeln findet prinzipiell zwischen 7 und 9 Uhr morgens statt. Wer entscheidet diese Normen? Das nervt.

Fazit: Kobo yay, Kobo Gamification nay.

Leben mit dem E-Reader

Seit knapp eineinhalb Monaten besitze ich einen E-Reader. Und es gibt dieses Blog. Also verknüpfe ich nun die beiden und werde ab und zu über mein Leben mit Kobo schreiben.

Seit dem 21. Jänner besitze ich einen E-Reader, den Kobo glo. Ja, ich bin spät dran bei dieser Entwicklung, aber ich wollte auch ein bisschen warten, bis es ein breiteres Angebot gab. Ausgesucht habe ich ihn auf die Empfehlung einer Bekannten hin, die mit ihrem Kobo sehr zufrieden war. Danach sah ich mir auch ein paar Testberichte und Videos an, die mich aber nur verunsicherten. Mittlerweile sollen ja E-Reader wieder out und Tablets voll in sein. In 2 Jahren hab ich dann eines …

Wie die meisten anderen meiner elektronischen Geräte musste der Kobo erst einmal ein bisschen warten, bevor ich ihn in Betrieb nahm. Dann rückte aber meine nächste Berlinreise immer näher. Meine Hauptmotivation, überhaupt einen E-Reader zu besitzen war nämlich, Lesestoff und andere Informationen ohne Gewichtsbelastung immer dabeizuhaben (Vorbild dabei: Ruth Klüger) und Bücher möglichst wenig durch Transport zu vernudeln (das mache ich nämlich).

Ich bestückte also den Kobo mit einigen Klassikern der Weltliteratur, die ich auf der Kobo-Plattform fand (nur die Hälfte in der “Wollte ich immer schon lesen”-Kategorie), sowie einigen anderen Dingen. Und ja, auf der Reise nach Berlin und vor allem auf der Rückreise im Nachtzug bewährte sich der Kobo ausgezeichnet. Im dämmrigen Flugzeug half die Beleuchtung, auch ohne Licht von oben auszukommen und im dunklen Schlafwagen reichte dann schon eine niedrige Beleuchtungsstufe für das Lesen aus.

Danach war die Hauptattraktion aber die längste Zeit das eingebaute Sudokuspiel, da ich einerseits genügend Papierbücher hatte, die ich lesen wollte und mich andererseits etwas sehr verärgert hatte.

Unter den Klassikern der Weltliteratur, mit denen ich den Kobo bestückt hatte, befanden sich ein paar Sammlungen von Gedichten. Ich liebe Gedichte und die Vorstellung, in der U-Bahn oder sonstwo zu sitzen, und ein Gedicht zu lesen, war ein großer Faktor bei dem Wunsch nach einem E-Reader (jaja, pretentious, ich weiß). Nach dem Aufrufen einer Sammlung von Gedichten Rudyard Kiplings begrüßte mich aber ein Wortsalat, der nicht im entferntesten an ein Gedicht erinnerte. Zwar waren die einzelnen Strophen getrennt, aber die einzelnen Zeilen waren nach Prosamanier zusammengeschoben und unlesbar. Der Blick in die anderen Gedichtbände zeigte, dass das kein Formatierungsfehler in einem einzelnen Dokument war.

Nach einer Googlesuche wusste ich dann Bescheid: bei Gedichten muss jede Zeile von Hand in HTML formatiert werden, um auf e-readern genauso lesbar zu sein, wie auf Papier.

Ein paar Artikel dazu (Auswahl):

Why Some E-books Just Don’t Look Right von Craig Morgan Teicher auf Publishers Weekly

Poetry and E-Books: Will Poems Ever Work in eBook Formatting? von Hillel Italie auf Huffington Post Books

Breaking the Poetry Code von Alizah Salario auf der Website der Poetry Foundaton

Ein Problem beim Formatieren von Gedichten für e-reader ist, dass es für die Darstellung von Gedichten und für ihre Elemente im englischen Sprachraum keine eigenen Begriffe gibt, daher müssen sich die CodiererInnen mit Begriffen aus der Prosa helfen. Das zweite Problem ist, dass die sehr praktische Veränderung der Schriftgröße bei E-Readern bei der Darstellung von Gedichten Probleme verursacht. Und wie sollen denn Gedichte mit sehr langen Zeilen optimal dargestellt werden? Das dritte Problem ist, dass die Formatierung eines Textes auf unterschiedlichen E-Readern unterschiedlich dargestellt werden kann. Klar, dass z.B. Project Gutenberg es sich nicht leisten kann, die Gedichtsammlungen in seinem Angebot zu formatieren. Da wäre dann Crowdsourcing gefragt.

Tja. Gedichte also weiterhin auf Papier, als Hörbuch/Audiodatei, auf Webseiten? Es zeigt sich, dass ein reines Digitalisieren von Texten nicht ausreicht, sondern dass SchriftsetzerInnen für E-Books genauso wichtig sind. Qualitativ hochwertige E-Books werden an ihrer Darstellung zu erkennen sein. Ich spreche hier aber vom englischen Sprachraum. Vielleicht ist das im deutschen Sprachraum ganz anders, zu diesem Problem habe ich auf Deutsch jedenfalls noch nichts gefunden.

Andererseits konnte ich die lyrischen Textwürste auf meinem E-Reader durch lautloses Vorlesen dann doch für mich entdecken. Aber eigentlich will ich das nicht.

AZ/@nightlibrarian

2. Teil: Welche eBooks können Bibliotheken anbieten?

Wie versprochen hier der zweite Teil meines eBook-Vergleichs. Diesmal geht es um Sachbücher. Der Hauptverband des österreichischen Buchhandels unterscheidet Sachbücher und Ratgeber. Ich habe mir die Sachbücher der KW 7/2013 (PDF-Link) vorgeknöpft:

1. Reinhold Stecher: Spätlese
Hardcover Buchhandel: EUR 19,95
eBook Buchhandel: EUR 16,99
eBook Bibliothek: nicht verfügbar

2. Barbara Coudenhove-Kalergi: Zuhause ist überall
Hardcover Buchhandel: EUR 23,60
eBook Buchhandel: EUR 16,99
eBook Bibliothek: nicht verfügbar

3. Manfred Stelzig: Krank ohne Befund
Hardcover Buchhandel: EUR 21,90
eBook Buchhandel: EUR 17,99
eBook Bibliothek: nicht verfügbar

4. Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens
Hardcover Buchhandel: EUR 15,40
eBook Buchhandel: EUR 12,40
eBook Bibliothek: verfügbar

5. Rolf Dobelli: Die Kunst des klugen Handelns
Hardcover Buchhandel: EUR 15,40
eBook Buchhandel: EUR 11,99
eBook Bibliothek: verfügbar

6.  Guinness World Records 2013 (Deutsche Ausgabe)
Hardcover Buchhandel: EUR 20,60
eBook Buchhandel: nicht verfügbar
eBook Bibliothek: nicht verfügbar

7. Florian Illies: 1913
Hardcover Buchhandel: EUR 20,60
eBook Buchhandel: EUR 17,99
eBook Bibliothek: nicht verfügbar

8. Frank Schirrmacher: Ego
Hardcover Buchhandel: EUR 20,60
eBook Buchhandel: EUR 15,99
eBook Bibliothek: verfügbar

9. Pola Kinski: Kindermund
Hardcover Buchhandel: EUR 20,60
eBook Buchhandel: EUR 16,99
eBook Bibliothek: verfügbar

10. Martina Rosenberg: Mutter, wann stirbst du endlich?
Hardcover Buchhandel: EUR 20,60
eBook Buchhandel: EUR 15,99
eBook Bibliothek: verfügbar

50% der Bestsellerliste Sachbuch ist als eBook verfügbar! Ein Titel ist gar nicht als eBook verfügbar und vier zwar im Buchhandel aber nicht für Bibliotheken.

Was noch auffällt ist, dass die ersten drei Plätze Titel sind, die ÖsterreicherInnen geschrieben haben und in österreichischen Verlagen erschienen sind. Da gibt es beim Bibliotheksangebot eindeutig noch Aufholbedarf! VL/@verenalenes

Erotika in der Bibliothek?

50 Shades of Grey? Ob Schauder aus Grauen oder Vergnügen, es wird gelesen. Was aber, wenn BibliotheksbenützerInnen mehr Lesestoff aus diesem Genre verlangen? Katie Dunneback öffnet dazu mit ihrem Artikel Full-Frontal Shelving auf Library Journal Reviews eine Schatzkiste voll mit Informationen aus dem amerikanischen Bibliothekswesen.

Die drei Hauptfragen des Artikels lauten: Wo am Besten mit dem Entdecken erotischer Literatur beginnen, wie bereits vorhandene Bücher erfassen und wie kann die Bibliothek den BenützerInnen bei der Suche nach neuem Lesestoff am besten behilflich sein? Weiters bietet Dunneback einen kurzen geschichtlichen Überblick der erotischen Literatur von Sappho bis zu den e-books, eine Bibliografie für AnfängerInnen mit Anthologien, AutorInnen und weiterführenden Websites, ein Interview mit der Autorin Sylvia Day, Statistiken zum Absatz von Erotika in Buch- und e-book-Form und erklärt die verschwommenen Grenzen zwischen romance, erotic fiction und erotica (Nein, das ist nicht dasselbe). Besonders wichtig dabei ist ihre Anleitung, wie aus Katalog und Entlehnstatistik erhoben werden kann, welche erotische Literatur bereits vorhanden ist und ob sich am jeweiligen Bibliotheksstandort überhaupt ein Bedarf an erotischer Literatur bemerkbar macht.

Am meisten haben mich die Beispiele aus der Praxis und die ethische Haltung beeindruckt. Wie kann diskret, aber hilfreich auf die Lesebedürfnisse der BibliotheksbesucherInnen eingegangen werden? Dunneback sagt dazu:

You want to give your patrons a sense of privacy with this most intimate of reads but also offer them an understanding that the library supports their reading interests no matter what they choose. (Katie Dunneback, Full-Frontal Shelving, Library Journal Reviews)

Sie erzählt von Empfehlungs-Foldern, die auf Nachfrage überreicht werden können, von Lesezeichen mit relevanten Empfehlungen, die in die Bücher gelegt werden können, von Empfehlungsfunktionen für die e-book-Plattform der Bibliothek – wichtig, da Erotika und verwandte Genres gerne in digitaler Form gelesen werden.

Genauso beeindruckend ist ihr Absatz zum Umgang mit Beschwerden. Ihre Handlungsanleitungen – u.a. Training aller Bibliotheksangestellten darin, was im Beschwerdefall zu tun ist; umfassende Dokumentation und Information; schriftliches Feedback an die/den BeschwerdeführerIn – sind beispielhaft und sollten weit verbreitet werden. Im Gespräch mit Verena fiel ihr dazu ein, dass bei der Besprechung von media2go von vielen SchulbibliothekarInnen sofort angesprochen wurde, dass 50 Shades of Grey ohne Altersbeschränkung ausgeliehen werden kann. Weiters wurde gefragt, wie es mit der rechtlichen Situation aussieht, da es keine Altersbeschränkungen für Bücher gibt (zum Glück! sage ich da).

Adding erotica when it is not your thing is the same as adding in any other specialized collection that is not your thing. You can do this and probably already have with other collections. (Katie Dunneback, Full-Frontal Shelving, Library Journal Reviews)

Vielleicht hat die Welle der Erotika Österreich noch nicht oder nicht auf diese Weise erreicht. Vielleicht kommt sie nie. Aber ein bisschen Vorbereitung kann nicht schaden. Und dabei ist dieser Artikel sehr hilfreich.

AZ/@nightlibrarian

Welche eBooks können Bibliotheken anbieten?

Ich bin vor einigen Tagen auf einen Artikel gestoßen, in dem es darum geht, welche eBooks öffentliche Bibliotheken erwerben können und zu welchem Preis. Der Artikel bezieht sich auf einen Report der Douglas County Libraries, der die eBook- bzw Printpreise von Bestellern für Bibliotheken vergleicht. Von 15 Belletristik-Bestsellern können amerikanische Bibliotheken nur 4 überhaupt als eBook lizenzieren und alle 4 eBooks sind für die Bibliothek teurer als die entprechenden Printexemplare.

Ein paar Hintergrundinformationen dazu: Bibliotheken können nicht einfach bei einem Online-Händler ihrer Wahl eBooks kaufen und dann an Kunden verleihen. Die Nutzungsbedingungen der Online-Händler verbieten in der Regel ausdrücklich das Weitergeben, Verleihen und Weiterverkaufen von eBooks. Bibliotheken können nur eBooks mit spezieller Bibliothekslizenz anbieten. Für öffentliche Bibliotheken gibt es im deutschsprachigen Raum einige Anbieter, bei denen solche Lizenzen erworben werden können, am bekanntesten sind wohl das Produkt “Onleihe” der Firma divibib und Ciando.

Meines Wissens nach gibt es im deutschsprachigen Raum derzeit nur einen Verlag, der seine Titel Bibliotheken teurer verkauft als den Endkunden. Aber bei weitem nicht alle Bücher die als eBooks für Endkunden verfügbar sind, können Bibliotheken auch lizenzieren. Um mir ein Bild von der Situation zu machen, habe ich mir die Bestseller Hardcover KW 5/2013 (PDF Link!) vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels angesehen und abgeglichen, welche Titel davon als eBook bei thalia.at verfügbar sind und welche eBooks Bibliotheken in der Onleihe anbieten können:

1. Paulo Coelho: Die Schriften von Accra. Diogenes. 9783257068481
Buchhandel Hardcover: EUR 18,40
Buchhandel eBook: EUR 15,99
Bibliotheks-eBook: nicht verfügbar

2. Michael Köhlmeier: Die Abenteuer des Joel Spazierer. Hanser. 9783446241787
Buchhandel Hardcover: EUR 25,60
Buchhandel eBook: EUR 18,99
Bibliotheks-eBook: verfügbar

3. Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. carl’s books. 9783570585016
Buchhandel Hardcover: EUR 15,50
Buchhandel eBook: EUR 11,99
Bibliotheks-eBook: verfügbar

4. Vina Jackson: 80 Days – Die Farbe der Lust. Carl’s Books. 9783570585221
Buchhandel Hardcover: EUR 13,40
Buchhandel eBook: 9,99 EUR
Bibliotheks-eBook: nicht verfügbar

5. Jussi Adler-Olsen: Das Washington-Dekret. dtv. 9783423280051
Buchhandel Hardcover: EUR 20,50
Buchhandel eBook: EUR 15,99
Bibliotheks-eBook: verfügbar

6. Timur Vermes: Er ist wieder da. Eichborn. 9783847905172
Buchhandel Hardcover: EUR 19,90
Buchhandel eBook: EUR 15,99
Bibliotheks-eBook: verfügbar

7. Veit Heinichen: Im eigenen Schatten. Zsolnay. 9783552055971
Buchhandel Hardcover: EUR 20,50
Buchhandel eBook: EUR 15,99
Bibliotheks-eBook: verfügbar

8. Jeff Kinney: Gregs Tagebuch – Dumm gelaufen! Baumhaus. 9783833936319
Buchhandel Hardcover: EUR 13,40
Buchhandel eBook (nur bei amazon verfügbar!): EUR 9,99
Bibliotheks-eBook: nicht verfügbar

9. David Safier MUH! Kindler. 9783463406039
Buchhandel Hardcover: EUR 17,50
Buchhandel eBook: EUR 14,99
Bibliotheks-eBook: nur als Hörbuch verfügbar

10. Wolf Haas: Verteidigung der Missionarsstellung. Hoffmann und Campe. 9783455404180
Buchhandel Hardcover: EUR 20,50
Buchhandel eBook: nicht verfügbar
Bibliotheks-eBook: nicht verfügbar

Von zehn Titeln sind immerhin 5 als eBook für Bibliotheken verfügbar und 1 als Hörbuch. Von den vier verbleibenden Titeln ist nur einer auch für Endkundinnen nicht als eBook verfügbar und ein weiterer nur bei einem Anbieter. Die Situation ist nicht ideal, auch wenn der Vergleich zu den Douglas County Libraries unsere 50% paradiesisch erscheinen lassen.  Es bleibt die Frage offen, warum es Verlage gibt, die ihre eBooks nicht an Bibliotheken wohl aber an Endkundinnen verkaufen möchten.

Für den nächsten Artikel nehm ich mir dann die Sachbücher vor! (VL/@verenalenes)

Editiert am 11.2.2013 um 15:47

Blind Date with a Book

Blind Date with a Book

Foto Anna Zschokke CC BY-NC-SA

Bläh, Valentinstag. Ein Blind Date mit einem Buch könnte ich mir allerdings schon vorstellen.

Dazu wickeln u.a. BibliothekarInnen eine Auswahl von Büchern – Hörbücher und andere Medien gehen natürlich auch – in Papier, schreiben oder kleben den (duplizierten) Barcode drauf bzw. lassen ihn frei, versehen das Buch eventuell noch mit dem jeweiligen Genre und einer Beschreibung, wie das Ganze funktioniert und dann können die BibliotheksbesucherInnen sich eines aussuchen, ausleihen und sich überraschen lassen.

Wer mehr Aufwand nicht scheut, kann besonders schönes Papier verwenden oder detaillierte Dating-Profile für jedes Buch verfassen. Auch die japanische Buchhandelskette Kinokuniya verhüllt Bücher, druckt aber die ersten Sätze bzw. den ersten Absatz auf die Hülle und ist damit erfolgreich. Die ganze Geschichte dazu könnt ihr bei Rebekka Kirsch nachlesen.

Wenn die Bibliothek auch (Mal-)Aktivitäten für Kinder anbietet oder anbieten würde, kann ich mir gut vorstellen, dass das Einwickelpapier für die Blind Dates dort gemeinsam mit den Kindern gestaltet wird. Hände, Erdäpfel, Zwiebeln und Früchte (Äpfel, Zitronen) eignen sich gut als Stempel (bzw. hallo Internet/Pinterest). Gibt es eine aktive Teenagergruppe kann diese ebenfalls Verpackungsmaterial gestalten – die Lösung von Great Imaginations gefällt mir da sehr gut, Dating-Profile kreieren und Bücher verpacken.

In manchen Bibliotheken gibt es dann zu den Büchern noch Bewertungskarten, die in der Bibliothek abgegeben werden können. Als Anreiz, möglichst viele Bücher zu lesen, kann natürlich ein Gewinnspiel dienen – je mehr Bewertungskarten abgegeben werden, desto größer die Chance, z.B. mit Schokolade überzogene Erdbeeren zu gewinnen, wie in den James B. Duke Libraries der Furman University in Greenville, South Carolina.

Ein Blind Date mit einem Buch funktioniert zu jeder Zeit, für jede Altersgruppe und meiner Meinung nach auch für jede Bibliothek – außer es gibt wirklich gar keinen Freihandbereich und selbst dann gibt es dafür Lösungsmöglichkeiten. Jede Bibliothek? Ja. Auch akademische Bibliotheken könnten Blind Dates mit Büchern veranstalten. Es gibt jede Menge wissenschaftliche Literatur, die sich zum Lesen eignet, auch wenn keine Arbeit oder Prüfung zu dem Thema ansteht.

Eine Schwierigkeit bei Blind Date mit einem Buch ist allerdings, dass diese Aktion in Bibliotheken, die RFID verwenden, zu höherem Aufwand führen kann, den beim Ausleihen bei den Selbstverbuchgeräten würden die BibliotheksbesucherInnen ja dann sehen, welche Bücher sie genommen haben.

Verena meinte dazu, dass dafür die Datensätze der Bücher für die Dauer der Aktion geändert werden könnten, obwohl ich mir da über die Auswirkungen auf den Katalog nicht ganz im Klaren bin. Andererseits könnten die LeserInnen die Bücher von den BibliothekarInnen verbuchen lassen, so weit das möglich ist. Oder einfach nicht auf den Verbuchungsbon schauen.

Das Gute an Blind Date mit einem Buch ist, dass der Aufwand je nach Motivation ausfallen kann, Hauptsache, die Bücher werden ausgesucht, verpackt und aufgestellt. Von daher empfiehlt sich ein Testlauf, um zu sehen, wie die BibliotheksbesucherInnen darauf reagieren. Aber je motivierter die gestaltende Gruppe, desto größer der Anreiz für LeserInnen und desto größer die Befriedigung, wenn die Aktion gut funktioniert.

Und jetzt würde ich gerne in eine Bibliothek gehen und mir so ein Blind Date mit einem Buch gönnen … (AZ/@nightlibrarian)