Flausch für alle!

Ich habe ja bereits darüber geschrieben, wie schwierig es ist, Tierbücher mit Hauptfiguren zu finden, die nicht männlich sind und euch “Mehr … immer mehr!” vorgestellt. Zu meiner Freude und Überraschung fiel mir vor Kurzem beim Vorlesen in der Zweigstelle der Wiener Büchereien im 17. Bezirk ein reizendes Buch in die Hände, in dem ein Kaninchen die Hauptfigur ist.

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Was Flauschiges!“, geschrieben von Namako Takagi, illustriert von Usa und aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt von Pauline Katz beginnt damit, dass sich ein Kaninchen putzt und ein kleines Flauschwölkchen aus Kaninchenhaaren davonfliegt. Eine Eidechse kommt vorbei und fragt, ob sie das Flauschwölkchen haben könnte – “Na klar!” Sie baut sich daraus ein kuscheliges Bett, während das Kaninchen ein befreundetes Kaninchen herbeiruft, ein graues. Zusammen putzen sie sich, da kommt eine Schlange vorbei …

Und so geht es weiter, mehr Kaninchen werden hinzugerufen, ein Gürteltier und eine Schildkröte kommen vorbei, doch als schließlich ein Elefant vorbeikommt, gibt es ein Problem: So viel Flausch, dass es für ein Elefantenbett reicht, haben die Kaninchen nicht. Also fragen sie mal laut, ob es noch andere Tiere mit Flausch-Haaren gäbe und schon strömen befreundete Tiere herbei. Zusammen putzen sie sich, bis eine riesige Flauschwolke entstanden ist, die nicht nur dem Elefanten, sondern auch seinen zwei Kindern als weiches Bett dienen kann. Flauschkommunismus, sozusagen.

Das generische Maskulinum ist auch diesmal leider stark in Verwendung, dabei ließe es sich so elegant umschiffen. Es gäbe genug Platz, um “Freunde” durch “befreundete Tiere” zu ersetzen oder “Hat noch ein Tier Flausch-Haare?” statt “jemand”, der Text ist relativ kurz. Dafür gibt es viele namentlich genannte Tiere mit weiblichem bzw. sächlichem Artikel, bis auf den Elefanten (Elefantenbullen leben nicht in der Herde, aber hey).

Mich hat – ich sagte es ja schon in der Rezension von “Extra Garn”, Hasen mag ich – sofort das ungeheuer niedliche Kaninchen auf dem Cover angesprochen und die Illustrationen sind alle so hübsch. Das Buch eignet sich gut zum Vorlesen ab 3 Jahren, auch in Gruppen, das habe ich gleich nach dem Durchlesen getestet, bis ca. 6 Jahre. Nachdem es mit dem Elefanten samt Kindern im Flauschbett endet, ist es auch eine gute Schlafgeschichte. Ich werde nun weiter testen und die Niblinge kriegen auch ein Exemplar.

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