Gegensätzliches Nilpferd

Beim letzten Vorlesen in Liesing fand ich dort bei den englischen Büchern eines für 2-4jährige, das mich sehr beeindruckt und belustigt hat: Hippoposites von der französischen Grafikerin, Illustratorin und Autorin Janik Coat, im französischen Original “Mon Hippopotame”. Auf Deutsch heißt es “Mein Hippo kann alles”, was mir ein wenig Bauchschmerzen verursacht. Ich werde versuchen, die deutsche Version ebenfalls anzuschauen und dann die Buchempfehlung ergänzen.

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Hippoposites ist auf Karton gedruckt, hat 38 Seiten und zeigt Illustrationen von Gegensätzen, die grafisch aufbereitet werden, immer anhand eines Nilpferds, das anscheinend Popov heißt. Im Buch selbst hat es keinen Namen. Was mich daran so fasziniert und gefreut hat – die Gegensätze werden nicht klischeehaft sondern entgegen der Klischees dargestellt, hier zum Beispiel “dünn” und “dick”. Für “leicht” befindet sich das Nilpferd im Korb eines Heißluftballons, für “schwer” blubbert es unter Wasser (auch wenn das nicht ganz stimmt, Nilpferde können ja schwimmen und tauchen und gehen nicht einfach unter, aber ok).

thin/thick page from Hippoposites by Janik Coat

Oder hier positiv und negativ. Ähnlich ist es bei “voll” und “leer”, wo auch die Form des Nilpferds mit Farbe gefüllt ist – für “voll” – und eine weiße Leerstelle, die noch dazu aus der obersten Schicht Karton ausgeschnitten ist – für “leer”.

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Hier noch ein Beispiel für gepunktet und gestreift:

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Ich finde es ausgesprochen charmant und schön, aber für kleine Kinder ist es zum Teil anspruchsvoll, wie auch Sigrid Tinz in ihrer Kritik moniert. Anscheinend wird/könnte Kindern dabei fad werden? Mangels Test am lebenden Objekt würde ich sagen: Kommt auf die begleitende Erzählung an.

Manche Gegensätze sind unmittelbar begreifbar, andere brauchen eine Erklärung und vielleicht noch begleitende Beispiele, damit ganz klar wird, was ein Wort bedeutet, aber ich finde das gut.Es gibt eine Menge Kartonbücher, die weit weniger Interaktion erfordern und einfachere Konzepte vermitteln.

Janik Coat hat noch andere Bücher veröffentlicht, von denen ich zumindest “Ich bin nicht wie die anderen” schon schnell durchgeblättert und auch sehr nett gefunden habe (ja, es gibt auch weibliche Tiere darin, die hat der Knesebeck Verlag in der Beschreibung ausgelassen). Und ihr Tier-ABC ist reizend, wenn es auch nur auf Französisch funktioniert.

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