Büchertisch mal anders

Ich hab kürzlich erst wieder mit einer Bibliothekarin über Präsentation von Büchern diskutiert. Ich finde, dass Bibliotheken oft nicht besonders geschickt darin sind, die Vielfalt ihrer Sammlung zur Geltung zu bringen.

Manchmal gibt’s italienische Krimis. Dann werden die skandinavischen Krimis herausgegriffen. Von den Provinzkrimis sind viel zu wenige vorrätig, als dass man sie mit einem Büchertisch bewerben könnte.

Aber eigentlich gibt’s doch viele Bücher, die in keine dieser Kategorien fallen und keine Neuerwerbungen sind und die man irgendwie hervorheben möchte. Weil man keine “Nicht neu – aber auch interessant”-Ausstellung machen möchte, und sich keine andere Kategorie anbietet (wie z.B. Akazien im Sonnenuntergang) landen sie dann kommentarlos im in einem Präsentationsregal. Schade, oder?

Eine sehr spannende Idee dazu, habe ich in einer Londoner Buchhandlung gesehen:

 

BüchertischAm Büchertisch “This is not an exit” liegen Bücher, die in eine Kopie ihrer eigenen letzten Seite eingepackt sind. Aber der Text dieser Seite ist absichtlich verschwommen. Nur der allerletzte Satz des Buches ist lesbar.

Das Regal mit Klassikern hat mich nicht besonders angezogen. Aber bei diesem Büchertisch hab ich sofort zugegriffen und versucht, die Titel zu erraten. Es war übrigens viel schwerer als ich dachte. Das einzige Buch dass ich erraten habe, konnte ich nur wegen der außergewöhnlichen Interpunktion (bzw. Abwesenheit derselben) erraten.

 

wpid-20140523_113453.jpgSo sieht das dann in Großaufnahme aus.

Wer kennt den letzten Satz und kann ihn zuordnen?

 

 

 

 

 

Büchertisch mit dem Schild "I have a name you know" und Stapeln von Büchern mit "Girl" im TitelEin anderes Beispiel aus der Buchhandlung war der Büchertisch “I have a name you know!”. Auf dem Tisch liegen lauter Bücher mit Girl im Titel, darunter z.B. “The Girl With the Pearl Earring” und “The Girl with the Dragon Tattoo”.

Eine witzige Idee, wie ich finde. Es errinnert mich ein wenig an diverse tumblr, die Werbeklischees aufgreifen und sich darüber lustig machen.

Nur dass in dem Fall zusätzlich durchklingt, dass die Bücher interessant sind, auch wenn ihre Namensgebung vielleicht unoriginell war und von Werbestrategie statt Inhalt bestimmt.

 

One thought on “Büchertisch mal anders

  1. Pingback: Lesenswertes #15 | unregelmäßige Gedankensplitter

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s