Öffentliche Konsultation zur Überprüfung der Regeln zum EU-Urheberrecht

Mein Vorsatz für 2014 ist mir spannendere Titel für meine Blogposts auszudenken 😉

Mein Freund hat mich gerade darauf aufmerksam gemacht, dass es noch bis Anfang Februar eine EU-Konsultation zum Thema Urheberrecht gibt und E-Lending darin auch recht ausführlich behandelt wird.

Auf der Website steht sehr schön:

“Alle Interessensvertreter sind eingeladen, zu dieser Konsultation beizutragen. Es werden insbesondere Beiträge von Konsumenten, Nutzern, Autoren, Darstellern, Verlagen, Produzenten, Rundfunkunternehmen, Vermittlern, Verteilern und anderen Dienstleistern, Verwertungsgesellschaften, öffentlichen Behörden und Mitgliedstaaten gesucht.” (Hervorhebung durch mich)

Man kann die Fragen im Word oder Open Office Format herunterladen, in jeder der offiziellen EU Mitgliedssprachen beantworten und anschließend per E-Mail einsenden. Wobei anscheinend die Fragen im Open Office Format anders nummeriert sind, also mein Linux mit Open Office nutzender Freund Word empfiehlt.

Wer sich für 2014 vorgenommen hat, sich für Library E-Lending einzusetzen, dem/der empfehle ich sich Abschnitt III A. Access to content in libraries and archives vorzunehmen.

Wem das 36-Seiten Dokument zu viel Arbeit ist, oder den Aufruf an “ganz normale” NutzerInnen von eBooks weiterleiten möchte, kann sich auch die Help reform copyright!-Seite ansehen. Da kann man die Fragen ankreuzen, die einen persönlich betreffen. Dann werden einem die relevanten Fragen aus dem Konsultationsdokument inkl. Beantwortungsmöglichkeit angezeigt, die anschließend gleich verschickt werden können.

Es wäre cool, wenn jemand diese Seite für BibliothekarInnen und NutzerInnen von Bibliotheksebooks anpasst, damit wir den Aufruf weiter verbreiten und entsprechend viele Rückmeldungen von diesen beiden Positionen erhalten können. Eine Aufgabe, die wie geschaffen ist für Interessensvertretungen, wie ich finde. Damit könnte man womöglich sogar die Effektivität von Kampagnen messen?

In meiner kleinen bibliothekarischen Filterbubble hab ich noch nicht viel zu der Konsultation gelesen. Wenn mir was entgangen ist, freue ich mich sehr über Hinweise!

Guten Rutsch und ein gutes neues Jahr voller spannender Bücher 🙂

Wie Feminismen archivieren? How to archive feminisms?

For English version scroll down

 

Ein Kooperationsprojekt: In einer längeren Blogserie wollen wir – Ulli Koch und Anna Zschokke – uns einem Thema widmen, das uns beide auf unterschiedliche Art und Weise beschäftigt und wir nun miteinander verbinden wollen. Es geht dabei um die Frage, wie (queer)-feministisches Wissen digital gespeichert werden und für Forschung/Zukunft/Nachwelt erhalten und zugänglich gemacht werden kann. Uns beschäftigen dabei sowohl historische Quellen als auch rezente Wissensproduktionen im Internet.

Unser Plan sieht folgendermaßen aus:

1.) Warum soll (queer-)feministisches Wissen in seiner historischen als auch rezenten Ausprägung gespeichert werden?

2.) Was soll gespeichert werden?
2.1) (Queer-)feminismus oder Frauen*, Lesben, Inter- und Transpersonen* (FLIT*)?
2.2) Historische Quellen
2.3) Rezente Quellen mit Schwerpunkt Wissensproduktion im Internet

3.) Aufbau des Archivs
3.1) Möglichkeiten – was gibt’s?
3.1.1) Historisch
3.1.2) Rezent
3.2) Was sollte es geben?
3.2.1) Chronik
3.2.2) Beschlagwortung
3.2.3) Kontextualisierung

4.)    Globales oder lokales Wissen?

5.)    Braucht es ein Superarchiv?

6.)    Wie?
6.1) Machen das Institutionen oder autonome Einrichtungen?
6.2.) Geldgeber*innen?

7.)    Fazit

Natürlich gehen wir dabei auf Kommentare ein, die diese Ordnung erweitern, über den Haufen werfen und auf jeden Fall beeinflussen werden. Unser Wunsch wäre einmal im Monat einen Post dazu zu veröffentlichen, aber das sei bitte nicht in Stein gemeißelt.

Aus welcher Ecke kommen wir?

Ulli Koch ist Literaturwissenschaftlerin* und beschäftigt sich gerade in ihrer Masterthesis in Gender Studies mit feministischen/frauen*spezifischen Sammel-, Speicher- und Dokumentationseinrichtungen, hat selber ein großes Buch-, Bibliotheks- und Dokumentationsfaible und bloggt auf Unregelmäßige Gedankensplitter.

Anna Zschokke ist Historikerin und studiert Bibliotheks- und Informationswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, hat ein Medien-, Bibliotheks- und Dokumentationsfaible und bloggt hier auf Töchter Regalias und tweetet als @nightlibrarian.

 

English version

A cooperation project: In a longer blog series we – Ulli Koch and Anna Zschokke – would like to write about a topic, on which we have both mused at length from different perspectives, which we would now like to connect to each other. The series will be concerned with the question how (queer)feminist knowledge can be digitally archived, saved and made accessible for research/the future/future generations. We are taking both historic sources (materials and text) as well as recent production of knowledge on the internet into account.

Our plan looks like this:

1.) Why should (queer)feminist knowledge – both historical and recent – be archived?

2.)    What should be archived?
2.1) (Queer)feminism or female*, lesbian, inter- and transpersons* (FLIT*)?
2.2) Historical sources
2.3) Recent sources with emphasis on production of knowledge on the internet

3.) Structure of the archive
3.1) Possibilities – what resources are there already?
3.1.1) Historical
3.1.2) Recent
3.2) What resources should there be?
3.2.1) Timeline
3.2.2) Indexing
3.2.3) Contextualizing

4.) Global or local knowledge?

5.) Is there a need for a superarchive?

6.) How?
6.1) Should Institutions or autonomous organisations run the archive(s)?
6.2) Funding?

7.)    Conclusion

Of course we will take comments into consideration, which add, destroy and/or in any case influence this order. Our wish is to publish a post in the series once a month, but this is not set in stone.

Who are we?

Ulli Koch has a master’s degree in literature studies and is working on her master thesis in gender studies on organisations which collect, record and document feminist/women*specific materials. She is a fan of books, libraries and documentation and blogs in German at Unregelmäßige Gedankensplitter.

Anna Zschokke is a historian and currently studies library and information science at Humboldt University Berlin. She is a fan of media, libraries and documentation and blogs in German and sometimes in English here at Töchter Regalias and tweets as @nightlibrarian.

November 1993

Mein Freund hat ein 40 Jahre altes Buch aus der Universitätsbibliothek ausgeliehen, das wahrscheinlich schon 20 Jahre nicht mehr ausgeliehen worden ist. Er hat darin nämlich folgendes Lesezeichen gefunden:

TU1993Das ist die Erinnerung das Buch bis 12. November 1993 zurückzugeben mit dem schönen Text:

“Zur Beachtung:

Der Entlehner haftet für das ausgeliehene Werk so lange, als der große Abschnitt des Leihscheines amtlich erliegt. Bei Verlust oder Beschädigung des Werkes besteht Ersatzpflicht. Eine Verlängerung muß vor Ablauf der Leihfrist angesprochen werden, sonst treten die festgesesetzten (sic) Mahn- und Überschreitungsgebühren in Kraft.”

Darunter sind die Öffnungszeiten abgedruckt: Dienstag und Freitag sogar bis 15.30 Uhr!

Auf der Rückseite ist Werbung für das Lehrmittelzentrum.

Wenn ich mich das nächste Mal über nicht zielgruppengerechte Sprache beschwere oder über furchtbare Wörter (OPAC!) und Formulierungen im Bibliothekswesen motze, erinnert mich bitte an diesen Text! Es ist in zwanzig Jahren in Sachen Kommunikation doch einiges passiert. Und die Öffnungszeiten erst!