tolino vs. kindle

Ich habe lange nicht gebloggt! Wenigstens kann ich guten Gewissens sagen, dass ich seit meinem letzten Blogpost viel gelesen habe, sowohl auf dem kindle als auch auf dem tolino. Ich finde beide eReader nach wie vor sehr praktisch.

Am kindle schätze ich

  • wie schnell und unkompliziert ich ihn mit ihm eBooks kaufen kann.
    Ich hab mir ein Papierbuch aus der Bibliothek geliehen, das mir sehr gut gefallen hat. Band 2 und 3 der Serie hat die Bibliothek nicht. Innerhalb von Minuten hab ich den zweiten Teil gekauft und über WLAN am kindle.
  • die seitlichen Blättertasten rechts und links.
    Auch die linke Blättertaste blättern weiter. Deswegen blättere ich immer wenn ich zurückblättern will zunächst in die falsche Richtung, bis mir einfällt, dass die oberen Blättertasten zum zurückblättern sind. Aber meistens blättere ich ohnehin weiter und da sind die Tasten sehr praktisch beim einhändigen Lesen.
  • wie einfach ich Artikel auf den kindle spielen kann.
    Es gibt ein Firefox-Plugin, mit dem man jeden Artikel, Blogeintrag etc. an den kindle senden kann. Beim nächsten Mal einschalten und mit WLAN verbinden lädt der kindle die Artikel dann herunter. Alternativ kann man auch Dateien an den kindle emailen. Praktisch für längere Zugfahrten, bei denen ich meine für später gespeicherten Artikel nachlesen möchte

Ich habe bei amazon kostenlos den “Geek-Atlas”, einen Reiseführer für Geeks, heruntergeladen. Ich wollte im Atlas nach Ausflugszielen in und um London suchen und mir ist aufgefallen, dass ich browsen, bzw. hin- und herspringen zwischen Inhaltsverzeichnis und Text auf dem kindle sehr unpraktisch finde, weil ich mich nicht gut orientieren kann, wo im Text ich mich befinde. Es hat mich überrascht, wie schnell und gründlich mich das genervt hat.

Obwohl ich prinzipell weiß, dass mein kindle keinen Touch Screen hat, erwische ich mich immer wieder mal dabei den Bildschirm zu berühren. Navigieren mit Tasten bin ich gar nicht mehr gewohnt. Obwohl ich sagen muss, dass die Bedienung des kindle wirklich gut durchdacht ist und sehr gut funktioniert (wenn man nicht gerade im Text herumspringen möchte).

Der tolino war mein treuer Begleiter während meiner “Game of Thrones” Obsession. Ich habe im Juni angefangen die Bücher zu lesen, nachdem die Fernsehserie in Pause gegangen ist. Die 5-bändige Serie hätte ich mir auf Papier wohl nicht angetan bzw. hätte es viel länger gedauert, weil ich 1000-Seiten Wälzer nicht gerne in der Handtasche mit mir herumtrage. Als eBook war Game of Thrones in London und später Irland dabei. Am tolino schätze ich besonders

  • die Beleuchtung.
    An einem lauen Sommerabend am Balkon sitzend, liest es sich besonders gut über King’s Landing. Und die tolino Beleuchtung zieht wesentlich weniger Gelsen (für Deutsche: Stechmücken) an, als die Außenbeleuchtung. Auch im Bett lese ich gerne mit der tolino Beleuchtung und nicht mit Nachttischlampe, weil ich mir da oft selbst einen Schatten werfe.
  • den Touchscreen.
    Trotz der gut gemachten kindle Bedienung ist ein Touchscreen für mich mittlerweile die logischere Art der Bedienung. Im Idealfall hätte ich wohl ein Lesegerät mit Blättertasten zum Lesen und einem Touchscreen zum einkaufen und navigieren.

Ich habe mir für den tolino basierend auf einem Review von literaturcafe.de die Hülle “Tuff Luv” bestellt. Sie ist eigentlich für den kindle Paperwhite gemacht, aber die Maße vom tolino sind fast identisch. Das einzige Problem ist, dass die Schlaufe die über das linke Eck geht den Einschalte-Schieber verdeckt, deshalb ist mein tolino meistens nur an 3 Ecken befestigt.

Interessanterweise finde ich den “integrierten Griff” der Hülle nicht besonders praktisch, aber dafür den Ständer mit dem man den Reader neben oder hinter den Teller stellen kann, sollte man beim Essen lesen (hab ich gehört). Nachdem ich die beiden Geräte ohnehin nie gemeinsam in Verwendung habe sondern nur hintereinander, verwende ich die Hülle für beide. Mein kindle hat zwar andere Maße, aber das fällt nicht wirklich auf.

Ich hab in den vergangenen Monaten sehr viel gelesen – eBooks und Papierbücher gleichermaßen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich zum eBook greife, wenn wenn ich weiß, was ich lesen möchte. Dann spiele ich das eBook auch auf den entsprechenden Reader und sorge dafür, dass er genug Strom kriegt. Wenn ich mich noch nicht entschieden habe, was ich als nächstes lesen möchte, dann gehe ich oft zum Bücherregal zuhause oder in der Bibliothek und lass mich von den vorhandenen Papierbüchern inspirieren. Problematisch wird das immer dann, wenn ich keinen Reader dabeihabe wenn das Papierbuch aus ist und dann akuter Buchmangel auftritt, meistens wenn ich noch eine Zugfahrt o.ä. vor mir habe.

Derzeit lese ich zum Beispiel den dritten Band von Ben Aaronovitchs Rivers of London Serie, die ich beim Einkaufsbummel in Dublin zu stark reduziertem Preis auf Papier gekauft habe. Den zweiten Band hab ich während einer Zugfahrt nach Wien ausgelesen, und weil ich kein weiteres Buch und auch keinen Reader dabeihatte, musste ich mir ein eBook aus der Onleihe auf das Handy herunterladen.

Ich lese nicht oft ganze Bücher am Handy, aber leichte, lustige, kurze Romane gehen da eigentlich ganz gut. Wegen des hohen Akkuverbrauchs und des stark spiegelnden Display ist das Handy nicht meine erste Wahl, aber in akuten Buchmangelsituationen ist es einer Zugfahrt ohne Buch jederzeit vorzuziehen 😉