Mein E-Reader und ich ein paar Monate später

Letztes Wochenende bin ich wieder einmal von einem Studienwochenende in Berlin zurückgekehrt. Wie fast immer hatte ich meinen Kobo Glo dabei. Selbst wenn ich ihn gar nicht benutze, ist es gut ihn für alle Fälle dabei zu haben. Als ich ihn einmal vergaß, musste ich 30 Bücher kaufen kaufte ich ein Buch und zwei Comics. Die Comics hatte ich zwischen Berlin und Dresden ausgelesen. Ich brauche ihn nicht immer, aber wenn er nicht mit ist, kann es schlimm werden.

Denn mittlerweile habe ich mich ja an eine gewisse Routine gewöhnt und kann im Nachtzug recht gut schlafen. Wenn ich richtig müde bin – und das versuche ich meistens zu sein – lese ich nur kurz im Kobo, wenn überhaupt. Aber diesmal nicht. Diesmal konnte ich partout nicht schlafen.

Das sind die Glanzstunden des Kobo Glo. Ohne die anderen Fahrgäste zu stören, konnte ich mich ungestört Elisabeth Gaskells “North & South” widmen und brauchte dazu nur die niedrigste Helligkeitsstufe. Bis es in Prag um halb fünf hell wurde, da wechselte ich dann zwischen Schlafen, Lesen und Landschaftsbetrachtung. Die Rückfahrt über Hannover war noch schlimmer und um ca. 6 Uhr früh hatte ich “North & South” ausgelesen. Der Kobo war bei der Abreise zu 100% geladen gewesen. Nach zwei fast durchlesenen Nächten mit dauerhafter niedrigster Beleuchtung hatte er noch 79% Batteriezeit. Klingt nach viel Verbrauch? Ohne Beleuchtung verbraucht der Kobo so wenig Strom, dass ich noch lange weiterlesen kann und selbst mit Beleuchtung hat er noch für 8 Nächte Energie.

Lesestatistiken

Gleichzeitig hatte ich auch Zeit, mir Gedanken über die Kobo-Gamification zu machen. Kalte Fakten gibt’s bei den Lesestatistiken, die mir verraten, was ich gerade lese, wieviele Bücher und Stunden ich insgesamt gelesen habe, etc.

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Aber dann gibt es noch Lesepreise, von denen ich mittlerweile auch einige “gewonnen” – sagen wir lieber: erreicht – habe. Bei manchen von diesen ist angegeben, wie sie erreicht werden, bei anderen nicht.

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Wird ein Preis während dem Lesen erreicht, erscheint ein kurzer Hinweis, der aber nicht anklickbar ist und nur so kurz aufscheint, dass gar nicht klar ist, welcher Preis da erreicht wurde. Von den Preisen selbst – derzeit 26 – beziehen sich 10 auf das Lesen zu verschiedenen Tageszeiten – z.B. zur Geisterstunde oder am frühen Nachmittag, ein paar auf das Benutzen von Features, z.B. Markieren, Worte nachschlagen und der Rest auf Lesevolumen, Lesedauer, das Teilen des Reading Life auf Facebook und noch ein paar so Dinge.

Außer der simplen Existenz dieser “Lesepreise” und der Möglichkeit, ihr Erreichen auf sozialen Netzwerken teilen zu können, gibt es keine Anreize dafür, die Preise zu gewinnen (z.B. Gutscheine für e-books). So viele Preise gibt es auch nicht, aber es scheint, dass seit dem letzten Update ein paar dazu gekommen sind. Was bei Kobo-Updates passiert, wird übrigens nicht kommuniziert.

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Fraglich ist, wie das Erreichen der Preise gemessen wird – wie lange und wie oft muss gelesen werden, damit “zur Geisterstunde lesen” erreicht wird? Den Preis “Wörter hoch!”, also das nachschlagen von 10 neuen Bedeutungen im eingebauten Wörterbuch, habe ich sicher nicht “ehrlich” gewonnen, da ein unabsichtliches Antippen der Mitte des Bildschirms bereits zum Aufrufen des Wörterbuchs führen kann. Noch dazu kennt das Wörterbuch genau die Worte nicht, die mich am meisten interessieren …

Wörter hoch

Und von dem Kommentar beim “Wörter hoch!” Preis, da steht “Sie haben 10 neue Bedeutungen nachgeschlagen. Vielleicht ist es jetzt Zeit, mal rauszugehen?”, bin ich ja nicht so begeistert.

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Beim Preis “Primetime” steht “Ihr Fernseher fühlt sich vermutlich einsam! Sie haben fünfmal zur besten Sendezeit gelesen: von 20-22 Uhr”. Ich habe keinen Fernseher. Und sollte ein E-Reader nicht eigentlich zum Lesen animieren? Wenn die Leserin oder der Leser fünfmal zwischen 14 und 16 Uhr liest, schließt der Kobo daraus, dass sie/er heute frei hat. Und Pendeln findet prinzipiell zwischen 7 und 9 Uhr morgens statt. Wer entscheidet diese Normen? Das nervt.

Fazit: Kobo yay, Kobo Gamification nay.

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