Mit Katzenohren nach Nürnberg – Bibcamp 2013, Teil 1

Nur zur Vorwarnung: Eine genauere Beschreibung des Bibcamps 2013 in Nürnberg findet in Teil 3 statt. Hier beschreibe ich vor allem meine Vorbereitungen und einen Teil meines Ausflugs vor dem Bibcamp. Teil 2 beschreibt dann meinen Kurzbesuch in der Stadtbibliothek Nürnberg. Wenn ihr aber wissen wollt, warum ich beim Bibcamp Katzenohren anhatte, lest weiter.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Sie ging schon am Donnerstagabend los, meine Reise nach Nürnberg zum Bibcamp 2013. Bibcamp? Ein Bibcamp ist ein Barcamp für BibliothekarInnen und Bibliotheksinteressierte. Und was ist ein Barcamp? Ein Barcamp ist eine andere Form der Konferenz, eine Unkonferenz, frei zugänglich, ohne vorher festgelegtes Programm. Abgehalten werden keine Frontalvorträge, sondern Sessions, die jede und jeder vorschlagen kann und in denen, vielleicht nach einem kurzen Vortrag der ModeratorInnen, alle zum mitdiskutieren eingeladen sind. Oder schaut mal hier auf Wikipedia, was ein Barcamp ist.

Im Vorfeld, beim Packen, ließ ich meinen Assoziationen freien Lauf. Aus unerfindlichen Gründen dachte mein Hirn, dass ich Hosen anziehen müsste, denn wir könnten ja möglicherweise auf dem Boden sitzen. Das kommt wohl von meiner Assoziation von “Barcamp” mit “Spontanität”. Das hab ich meinem Hirn dann schnell ausgetrieben. Aber mein Hirn wollte auch Katzenohren mitnehmen. Katzenohren? Die haben doch auf einer ernsten Veranstaltung nichts zu suchen! Ein Bibcamp ist doch kein Faschingsfest und auch keine Comicbörse. Aber sagt das mal meinem Hirn. Also war ich stark versucht, sie zuhause zu lassen. Eine kurze Meinungserhebung auf Twitter hat mich umgestimmt.

Katzenohren und R2Knee2

Foto Verena Lenes

Und warum Katzenohren? Was es mit denen auf sich hat, wurde ich öfter gefragt. Bei der ersten Anfrage habe ich leider komplett ausgeblendet, dass nicht alle wissen, woher das Katzenohrenmem kommt und habe die Frage daher wohl sehr ungenügend beantwortet (sorry!). Katzen- und andere Tierohren sind ein Bestandteil der japanischen (Comic)kultur. Ja, genau, die kommen aus den Manga, den Comics mit den großen Augen. Heute sind sie nicht mehr so topmodern (die Manga- & Animewelt hat sich entwickelt), aber als Verkleidung auf Conventions, wo sich alle möglichen Fans treffen, sind sie ein wichtiger Bestandteil. Mehr dazu natürlich auf Wikipedia.

Für mich sind die Katzenohren einfach lustig und ich finde mehr Spaß täte uns allen gut. Ich habe sie auch einmal in meiner letzten Bibliothek aufgesetzt, sogar mit geschminkter Katzennase und Schnurrbarthaaren (damals wirklich am Faschingsdienstag) und die vielen erstaunten und lächelnden Gesichter waren es mir wert. Meine und eure Barrieren abbauen ist daher ebenfalls ein Bestandteil meiner Motivation. Außerdem, zynisch gesagt, wissen jetzt alle wer ich bin – die mit den Katzenohren.

Dyeforyarn in Fürth

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Das Bibcamp 2013 begann offiziell am Freitag, dem 12. April um 13 Uhr. Ich machte mich, wie gesagt, schon am Donnerstag auf den Weg. Am Freitagmorgen wollte ich genug Zeit haben, um in Fürth bei Dyeforyarn Wolle einzukaufen. Was meine Strickleidenschaft mit Bibliotheken zu tun hat, sage ich euch dann in Teil 3.

“Und dann hast du dich auf den Weg zum Bibcamp gemacht!”, sagt ihr. Ja … äh, nein. Nachdem ich wieder in Nürnberg angekommen war, machte ich mich auf den Weg zu einem Comicladen, den Verena schon am Donnerstag besucht hatte. Sie erstand dort Alison Bechdel’s neuen Graphic Novel “Are You My Mother?” (erscheint diesen Herbst auf Deutsch)., lieh ihn mir als Abendlektüre und da er mir sehr gut gefiel (ihr “Fun Home” gehört ja zu meinen wichtigen Büchern), musste ich mir ein eigenes Exemplar anschaffen.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Ich bin jetzt noch ergriffen vor Ehrfurcht bei der Erinnerung an diesen Comicladen. Ultra Comix heißt er, in der Vorderen Sternengasse in Nürnberg liegt er. Drei Stockwerke Comics, Bücher, Plakate, Spiele, T-shirts und noch viel, viel mehr. Alles, was so ein Nerdherz begehrt. Außer “Are You My Mother?”, denn das letzte Exemplar hatte Verena gekauft.

Also ein bisschen geschmökert und Fotos gemacht, dann “Wie ein leeres Blatt” von Pénélope Bagieu und Boulet gekauft. Darin geht es um eine junge Frau, die eines Tages auf einer Bank aufwacht und ihr gesamtes früheres Leben vergessen hat. Boulet führt übrigens hier ein grandioses Comiconlinetagebuch.

Befürchtet ihr jetzt, dass ich vor lauter Wolle, Comics und Begeisterung nie zum Bibcamp komme? Fürchtet euch nicht! In Teil 2 geht es weiter in die …

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Editiert am 28.4. (Namen korrigiert).

2 thoughts on “Mit Katzenohren nach Nürnberg – Bibcamp 2013, Teil 1

  1. Pingback: Beiträge zum Bibcamp 6 #bib6 [Update 26.04.2013] | Bibliothekarisch.de

  2. Pingback: #bib6 – Teil 3: Sessionreflexion Humor | Blick Bibliothek

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