Einmal Stadtbibliothek Nürnberg, bitte – Bibcamp 2013, Teil 2

Vorwarnung: Die Beschreibung des Bibcamp 2013 in Nürnberg folgt in Teil 3. Hier beschreibe ich meinen Besuch in der Stadtbibliothek Nürnberg mit vielen Fotos.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Auf dem Weg vom Comicladen (siehe Teil 1) zum Bibcamp kam ich auf die Idee, doch schnell in die Stadtbibliothek von Nürnberg zu schauen. Das ist jetzt aber kein umfassender Bericht, sondern eine Auflistung der Dinge, die mir aufgefallen sind. Für mehr als Schauen und Staunen hatte ich nicht wirklich Zeit.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Es war nicht weiter schwierig, die Stadtbibliothek zu finden. Nur der Haupteingang war ein wenig versteckter als erwartet, dahinter dann eine Freitreppe mit großen Stufen, die ins Bibliotheksinnere führte. Dort gab’s erst einmal das erste Staunen: Kästchen ohne Schlüssel, ohne Münzen! Einfach einen selbst gewählten, vierstelligen Code eingeben und voilà! Sehr elegant.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Mein nächster Halt beim Rundgang durch das Erdgeschoß war das Regal mit den Bereitstellungen für die BibliotheksbenützerInnen. Die stehen in der Stadtbibliothek einfach so offen herum – keine Wartezeiten am Schalter mehr!

Die Stadtbibliothek Nürnberg verlangt für die Benützung der Bibliothek übrigens keine Jahresgebühr und es gibt auch keine Gebühren für die Ausleihe von Medien. Verrechnet werden Mahngebühren und die Verlängerung von Medien. Genaueres dazu hat Wolfgang Kaiser auf bibliothekarisch.de geschrieben.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Leider konnte ich das schöne Stiegenhaus wegen einem beleidigten Knie nicht benützen. Also habe ich den Lift genommen. Jedes Stockwerk hat seine eigene Farbe und wie ihr sehen könnt, ist im Lift angeschrieben, welche Bereiche sich wo befinden.

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Ich entschied mich für den dritten Stock, wo sich Kinder- und Junge Bibliothek befinden. Wie Bibliotheksbereiche für Kinder und Jugendliche gestaltet sind interessiert mich besonders. Vor allem die Trennung hat mich hier gereizt – wie würde diese aussehen?

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

In der Kinderbibliothek fiel mir erst einmal diese hübsche kleine Bücherausstellung zum Thema China auf. Genau auf der richtigen Höhe für Kinder befand sich eine gute Mischung mit Bilderbüchern und Sachbüchern. Das Buch “An Großvaters Hand” von Chen Jianghong kann ich übrigens nur empfehlen.

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Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Auch die Höhe der Infotheke ist in zwei Bereichen auf kleinere Kinder ausgerichtet. Wie sich dieses offene Arrangement im Alltag bewährt würde ich gerne einmal sehen.

Weiter hinten gab es dann noch ein Zelt, große, bequeme Sitzgelegenheiten zum Herumlümmeln, lustige Teppiche, einen Veranstaltungsbereich mit großen Stufen, auf denen eine ganze Schulklasse sitzen kann, und viele, viele Medien in allen möglichen Sprachen. Der ganze Bereich ist schön, ohne mit zu viel Spielzeug oder kitschigen Gestaltungselementen vollgeramscht zu sein. Und der Ausblick ist umwerfend – leider war das Wetter trüb.

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Und dann ging es eben in die Junge Bibliothek, ein Ausdruck, der mir gut gefällt. Mir gefällt auch, dass sie vom Kinderbereich räumlich klar getrennt ist.

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA

Was mir nicht gefällt ist dieses Plakat. Mittlerweile ist klar, dass sich Bilder wie dieses negativ auf das Selbstbewusstsein junger Frauen auswirken – eine Gruppe von Jugendlichen, vielleicht sogar bei der Bibliotheksbenutzung wäre mir lieber.

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Fast revolutionär ist hier aber im Sitzbereich der Getränkeautomat mit verschließbaren Flaschen. Ich hoffe, die Sitzgelegenheiten bleiben auch bei längerer Verweildauer bequem.

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Hier gibt es auch einen eigenen Bereich für den XBOX-Treff, mit Fußschemeln – das ist ziemlich cool.

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Vollends neidisch wurde ich dann bei der Mangasammlung. So eine hätte ich auch gerne in einer nahe gelegenen Bibliothek.

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Foto Anna Zschokke CC-BY-NC-SA 3.0

Die eingestrickte Säule war dann das letzte Highlight der Jungen Bibliothek, bevor ich weiter musste – ob es da eine Strickgruppe gibt, die sich dort trifft?

Insgesamt hat mir auch die Junge Bibliothek sehr gut gefallen. Wie das dann aber ist, wenn ältere BesucherInnen diesen Bereich der Bibliothek benützen wollen, ist eine andere Frage. Von amerikanischen BibliothekarInnen weiß ich, dass Bereiche für Jugendliche auch ältere BenützerInnen anziehen und dass sie ein ziemliches Auge darauf haben müssen, wenn diese für die Jugendlichen unangenehm werden. Ich unterstütze auch voll und ganz, dass Jugendliche ihre eigenen Bereiche brauchen. Aber ich will auch Manga lesen …

Dann musste ich weiter. Angenehm verabschiedet wurde ich durch die wohlriechende Seife in der Toilette im Erdgeschoß. Es war keine rosa, blaue, weiße oder schaumige Industrieseife, sondern sie duftete irgendwie nach Mandeln und Sheabutter und hat mich schwerst beeindruckt. So ein kleines Detail, aber was für ein bleibender Eindruck.

Es gab dann am 2. Tag des Bibcamps eine Führung durch die Bibliothek, die ich ausgelassen habe – ich mag Gruppenführungen nicht besonders. Ich weiß nicht, ob mir genauso viel aufgefallen wäre. Zwei Wochen später ist auch ein bisschen etwas von der “Alles ist so cool!”-Stimmung verflogen und ich sehe mehr Aspekte, darunter auch kritische. Aber der positive Eindruck überwiegt. Von daher – Stadtbibliothek Nürnberg – gerne wieder!

So. Und jetzt komme ich ENDLICH zum Bibcamp. In Teil 3 …

Editiert wg. Formatierungsproblemen.

3 thoughts on “Einmal Stadtbibliothek Nürnberg, bitte – Bibcamp 2013, Teil 2

  1. Pingback: Beiträge zum Bibcamp 6 #bib6 [Update 29.04.2013] | Bibliothekarisch.de

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