tolino shine

Seit Tagen liest man in diversen Bücher-Blogs von nichts anderem: seit 7. März wird der neue eReader tolino shine bei Thalia und Weltbild (in Deutschland auch Hugendubel) verkauft. Während diverse Blogger spekulieren, ob die Zusammenarbeit von so vielen großen Buchhändlern und der deutschen Telekom endlich zum “Kindle-Killer” führt (ist unwahrscheinlich), war mein Grund mir am Donnerstag den tolino zu kaufen viel banaler: Er kann alles, was die anderen Reader können, die ich ins Auge gefasst hatte und ist dabei 30€ billiger.

Es ist ein eInk Reader mit Touchscreen, WLAN und Beleuchtung und kann, wie ich aus verlässlicher Quelle erfahren habe (Danke, Stadtbibliothek Erlangen!) mit Onleihe eBooks umgehen.

Ich hatte früher einen Sony PRS-T1, das Vormodell zum aktuellen Sony Reader und war auch sehr zufrieden damit, aber ich wollte unbedingt einen beleuchteten Reader haben.

Anna meinte, dass er nicht gerade schön sei und in einigen Foren ist von “DDR-Design” die Rede, aber ich muss zugeben, dass ich von keinem Reader behaupten würde, er ist sexy. Ein Kollege hat eInk so schön “den Charme von Recycling Papier anno 1992” genannt und das trifft es ziemlich gut😉

Ich schaffe es am Donnerstag kurz vor Geschäftsschluss zu Thalia und geh in den zweiten Stock um ihn mal selbst auszuprobieren. Ok, es ist ein eReader, das Konzept (Bibliothek, Shop, Blättern, Schriftgröße einstellen) ist überall ziemlich ähnlich. Den will ich! Also spreche ich die Verkäuferin an: “Ich hätte gern den tolino shine.” Sie lächelt, geht zur eReader Ausstellung und sieht mich dann etwas ratlos an. “Welchen Schein für den tolino?” Die herbeieilende Kollegin die zur eReading-Abteilung gehört kann das Missveständnis aufklären und schickt mich ins Erdgeschoß zur Kassa.

“Ich hätte gerne den tolino shine.” Wieder leicht ratloses Lächeln bis ich sage “der neue Reader”. Ah, ja, der, der ist neu, oder? Der Ansturm hält sich also anscheinend in Grenzen😉 und das Konzept überzeugt sie anscheinend auch nicht sehr, immerhin gibt sie mir ein Leeszeichen mit ins Sackerl.

eReader namens tolino in seiner Schachtel

tolino stellt sich vor

Tolino begrüßt mich freundlich, stellt sich auch brav vor und gibt gleich ein paar Tipps zur Bedienung. Er wird mit drei eBooks ausgeliefert, die man ohnehin gratis im Netz findet, weil die Urheber länger als 70 Jahre verstorben sind. Im unteren Teil des Startbildschirms kann mit indem man auf “Jetzt anmelden” tippt eine WLAN Verbindung herstellen und kommt so gleich zum Thalia Shop.

Die Anmeldung bei Thalia ist notwendig um die Cloud nutzen zu können. Die ist im Prinzip nichts anderes als gratis Speicherplatz, wo eBooks die über den Shop gekauft werden automatisch gespeichert werden. Man muss aber nicht unbedingt den Shop verwenden, man kann eBooks auch über eine Speichekarte auf den tolino bringen bzw. einfach mit dem Browser eBooks von der eigenen Dropbox, der Onleihe, dem Projekt Gutenberg oder irgendeinem Shop herunterladen. Auch so erworbene eBooks kann man vom tolino in die Cloud laden. Es ist ein gratis Backup und wir wissen alle wie wichtig das ist, weil: Jesus saves, but Buddha makes incremental backups!

Erste positive Eindrücke:

  • Sehr praktisch finde ich, dass das Gerät gratis alle Telekom WLAN Hotspots nutzen kann. Es wird für mich nicht sehr oft relevant sein, aber es ist gut zu wissen eine Notfall Internetverbindung für Deutschland zu haben, die nicht so viel kostet wie Roaming mit dem Handy.
  • Außerdem super: Sobald er ein Netz hat, weiß er wie spät es ist.
  • Und den Knopf oben rechts für die Beleuchtung find ich auch praktisch.

Nicht ideal:

  • Das Schnapperl (für Deutsche: Schieber) mit dem man ihn einschaltet fand ich schon beim Sony 605 nicht ideal
  • Das Plastikverdeck für den USB-Anschluss macht keinen sehr stabilen Eindruck
  • braungraumetallic ist eine gewöhnungsbedürftige Farbe. Schön ist anders.

Wieder was gelernt:

  • Ich bin ein Sucker für schöne Verpackungen🙂 Schachtel und Schuber gefallen mir.
  • Ich hab die Bedienungsanleitung gebraucht, um das Menü zu finden. Das Symbol mit den drei horizontalen Linien war viel zu subtil für mich.
  • Diesmal kauf ich mir wirklich bald eine ordentliche Hülle, damit ich nicht wieder den Bildschirm zerkratze, wie bei meinem alten Sony. Faszinierend, wie einfach ich 100€ für einen Reader ausgebe, aber mich nicht zu einer Ausgabe von 30€ für eine Schutzhülle überwinden kann.

3 thoughts on “tolino shine

  1. Was halt leider nervt: Man kann keinerlei Text markieren, also auch nicht per FB-for-Android teilen oder auf einer Website aufrufen wie beim Kindle. Man ist in Sachen Shop noch auf den jeweiligen Anbieter festgelegt. PDFs werden bei mir falsch angezeigt. Aber die Cloud ist nützlich, die Hardware für den Preis okay und die anderen Features können ja per Firmware-Update nachgebessert werden.

    Aber Kindle-Killer ist das keiner – ich glaube fast, die konkurrieren nicht mal um dieselbe Zielgruppe. Tolino ist was für großmütterliche Thalia- und Hugendubel-Stammkunden, der Kindle eher was für Technikaffine. Deswegen rüstet Amazon ja auch auf die Zukunft des digitalen Lesens, auf Tablets, um.

  2. Die Text-markieren-Funktion brauch ich persönlich nicht und ich hab eigentlich auch nicht vor, etwas auf FB zu teilen. Wobei ich natürlich zu testzwecken schon einmal ausprobieren werde müssen, was der FB-Button beim Lesen so bewirkt.

    Beim Shop ist man nicht auf einen Anbieter festgelegt. Man kann über den Browser und mit hinterlegter Adobe-ID (geht über das Menü) eBooks von allen möglichen Shops kaufen. Nur amazon halt nicht bzw. nur auf fragwürdige Umwege.

    Ich bin gespannt, ob das Firmware-Update kommt und was es noch für Funktionen liefert. Ich hätte z.B. gerne eine einfache Möglichkeit ein Wörterbuch einzubinden.

    Dass es kein Kindle Killer ist, bin ich ganz deiner Meinung!

  3. Pingback: Kindle | Die Töchter Regalias

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