Blind Date with a Book

Blind Date with a Book

Foto Anna Zschokke CC BY-NC-SA

Bläh, Valentinstag. Ein Blind Date mit einem Buch könnte ich mir allerdings schon vorstellen.

Dazu wickeln u.a. BibliothekarInnen eine Auswahl von Büchern – Hörbücher und andere Medien gehen natürlich auch – in Papier, schreiben oder kleben den (duplizierten) Barcode drauf bzw. lassen ihn frei, versehen das Buch eventuell noch mit dem jeweiligen Genre und einer Beschreibung, wie das Ganze funktioniert und dann können die BibliotheksbesucherInnen sich eines aussuchen, ausleihen und sich überraschen lassen.

Wer mehr Aufwand nicht scheut, kann besonders schönes Papier verwenden oder detaillierte Dating-Profile für jedes Buch verfassen. Auch die japanische Buchhandelskette Kinokuniya verhüllt Bücher, druckt aber die ersten Sätze bzw. den ersten Absatz auf die Hülle und ist damit erfolgreich. Die ganze Geschichte dazu könnt ihr bei Rebekka Kirsch nachlesen.

Wenn die Bibliothek auch (Mal-)Aktivitäten für Kinder anbietet oder anbieten würde, kann ich mir gut vorstellen, dass das Einwickelpapier für die Blind Dates dort gemeinsam mit den Kindern gestaltet wird. Hände, Erdäpfel, Zwiebeln und Früchte (Äpfel, Zitronen) eignen sich gut als Stempel (bzw. hallo Internet/Pinterest). Gibt es eine aktive Teenagergruppe kann diese ebenfalls Verpackungsmaterial gestalten – die Lösung von Great Imaginations gefällt mir da sehr gut, Dating-Profile kreieren und Bücher verpacken.

In manchen Bibliotheken gibt es dann zu den Büchern noch Bewertungskarten, die in der Bibliothek abgegeben werden können. Als Anreiz, möglichst viele Bücher zu lesen, kann natürlich ein Gewinnspiel dienen – je mehr Bewertungskarten abgegeben werden, desto größer die Chance, z.B. mit Schokolade überzogene Erdbeeren zu gewinnen, wie in den James B. Duke Libraries der Furman University in Greenville, South Carolina.

Ein Blind Date mit einem Buch funktioniert zu jeder Zeit, für jede Altersgruppe und meiner Meinung nach auch für jede Bibliothek – außer es gibt wirklich gar keinen Freihandbereich und selbst dann gibt es dafür Lösungsmöglichkeiten. Jede Bibliothek? Ja. Auch akademische Bibliotheken könnten Blind Dates mit Büchern veranstalten. Es gibt jede Menge wissenschaftliche Literatur, die sich zum Lesen eignet, auch wenn keine Arbeit oder Prüfung zu dem Thema ansteht.

Eine Schwierigkeit bei Blind Date mit einem Buch ist allerdings, dass diese Aktion in Bibliotheken, die RFID verwenden, zu höherem Aufwand führen kann, den beim Ausleihen bei den Selbstverbuchgeräten würden die BibliotheksbesucherInnen ja dann sehen, welche Bücher sie genommen haben.

Verena meinte dazu, dass dafür die Datensätze der Bücher für die Dauer der Aktion geändert werden könnten, obwohl ich mir da über die Auswirkungen auf den Katalog nicht ganz im Klaren bin. Andererseits könnten die LeserInnen die Bücher von den BibliothekarInnen verbuchen lassen, so weit das möglich ist. Oder einfach nicht auf den Verbuchungsbon schauen.

Das Gute an Blind Date mit einem Buch ist, dass der Aufwand je nach Motivation ausfallen kann, Hauptsache, die Bücher werden ausgesucht, verpackt und aufgestellt. Von daher empfiehlt sich ein Testlauf, um zu sehen, wie die BibliotheksbesucherInnen darauf reagieren. Aber je motivierter die gestaltende Gruppe, desto größer der Anreiz für LeserInnen und desto größer die Befriedigung, wenn die Aktion gut funktioniert.

Und jetzt würde ich gerne in eine Bibliothek gehen und mir so ein Blind Date mit einem Buch gönnen … (AZ/@nightlibrarian)

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